Biographie

1933
Am 12. August wird Samuel Bak in Wilna in eine gebildete, kulturell interessierte Familie der Mittelschicht geboren.

1941
Am 24. Juni besetzen die Deutschen Wilna und ordnen an, dass alle Juden das gelbe Abzeichen zu tragen haben. Der achtjährige Bak wird beauftragt, für seine Eltern und die weitereFamilie die Abzeichen vorzubereiten.
Am 6. September beginnt die Deportation der Juden in das Ghetto von Wilna. Samuels Vater wird in ein Arbeitslager geschickt, während die Mutter und das Kind aus dem Ghetto zur Wohnung von Janina Rushkevich, der Schwester seines Großvaters, die in ihrer Jugend getauft wurde, fliehen können. Janina findet ein Versteck für ihre Familie im Benediktinerkloster der Stadt, wo die Nonne Marija Mikulska das Kind unter ihre Fittiche nimmt und es mit Farbe und Papier versorgt.
Als die Deutschen das Kloster verdächtigen, mit den sowjetischen Streitkräften zusammenzuarbeiten, wird der Ort der militärischen Gerichtsbarkeit unterstellt. Familie Bak muss erneut fliehen und kehrt in das Ghetto von Wilna zurück.

1943
Im März laden die Dichter Avrom Sutzkever und Szmerke Kaczerginski den neunjährigen Bak ein, an einer, im Ghetto organisierten, Ausstellung teilzunehmen. Im Bewusstsein, dass ihr Ende nahe ist, entscheiden die Dichter, den Pinkas, das offizielle jüdische Gemeinderegister, in die Hände von Bak zu geben, in der Hoffnung, dass beide überleben werden. Papier ist ein wertvolles Gut und die weißen Seiten des Pinkas locken den jungen Künstler: Er nutzt sie, um sein Verlangen nach dem  Zeichnen zu stillen. Während der nächsten zwei Jahre füllt Samuel die Seitenränder und leeren Seiten des Pinkas.
Samuels Vater wird in das Arbeitslager HKP 526, benannt nach einer Einheit des Wehrmacht Pionierkorps (Heeres Kraftfahr Park), geschickt. Samuel und seine Mutter werden nach der Liquidation des Ghettos am 24. September ebenfalls in das Lager gebracht.

1944
Am 27. März wird eine Kinderaktion durchgeführt, in deren Rahmen 250 Kinder in den Tod geschickt werden. Baks Mutter nutzt das Durcheinander im Lager und flieht, während sich Samuel unter einem Bett der Wohnquartiere in einem der Lagergebäude versteckt. Einige Tage später schmuggelt ihn sein Vater in einem Sack voller Sägespäne aus dem Lager heraus. Außerhalb trifft er durch ein zuvor vereinbartes Signal eine Frau, die den Schal seiner Mutter schwenkt. Janina Rushkevich rettet die Familie erneut, indem sie ihre Magd mit dem Schal der Mutter schickt, um das Kind zu holen. Samuel und seine Mutter müssen sich nach einem Versteck umschauen. Nochmals gehen sie zum Benediktinerkloster, wo sie für elf Monate bis zur Befreiung versteckt werden.
Am 2. und 3. Juli werden Zwangsarbeiter, darunter auch Samuels Vater, im Lager der Stadt zusammengetrieben und in Ponary erschossen; zehn Tage vor der Befreiung Wilnas.
Nach der Befreiung nimmt Bak Kunstunterricht bei Prof. Serafinovicz. Als Bürger Polens aus der Vorkriegszeit, hat die Familie das Recht, nach Polen zurückzukehren und zieht daher nach Lodz. Bak beginnt sein Studium bei Prof. Richtarski.

1945
Nach kurzem Aufenthalt in Berlin, kommen Samuel und seine Mutter im Lager für Displaced-Persons in Landsberg an. Sie werden vom Überlebenden Natan Markowsky begrüßt, der eine führende Stellung in der Lagerleitung einnimmt und später Samuels Stiefvater wird.
Bak wird zum Studium bei Prof. Blocherer nach München geschickt. Er besucht die Museen der Stadt und macht sich mit dem deutschen Expressionismus vertraut.

1947
David Ben-Gurion besucht Bad Reichenthal, wo ihm zu Ehren eine Ausstellung des Wunderkindes Samuel Bak organisiert wurde. Baks Kunst wird in der hebräischen Zeitung Davar HaShavuah sowie in der jiddischen Forverts in New York veröffentlicht.

1948
Im Alter von 15 Jahren erreicht Samuel an Bord der „Pan York“ Israel; im Gepäck viele Werke, die im DP Lager in Landsberg entstanden sind.

1952
Vor seinem Militärdienst studiert er für ein Jahr an der Bezalel Akademie für Kunst und Design.

1953 – 1956
Militärdienst bei der Israelischen Armee.

1955
Er trifft Peter Frye, einen der bekanntesten israelischen Theaterdirektoren, der ihn auffordert, Bühnenbilder und Kostüme zu entwerfen.

1956
Bak zieht nach Paris und schreibt sich an der Ecole Nationale des Beaux-Arts ein.

1959
Er zieht nach Rom. In diesem Sommer hat er eine Einzelausstellung in der Robert Schneider Galerie in Rom. Zudem stellt Bak in der Carnegie International in Pittsburgh aus.

1964
Ausstellung bei der Biennale in Venedig.

1966 – 1974
Rückkehr nach Israel.

1974 – 1977
Bak lebt und arbeitet in New York.

1977 – 1980
Er lebt und arbeitet in Israel.

1980 – 1984
Bak lebt und arbeitet in Paris.

1984 – 1993
Er lebt und arbeitet in Lausanne, Schweiz.

1993
Er wird in Boston, Massachusetts, sesshaft, wo er von der Pucker Galerie repräsentiert wird.
Erst 2001 kehrt Bak zum ersten Mal nach Wilna zurück. In den kommenden Jahren besucht er häufig seine Heimatstadt. Zahlreiche Ausstellungen seiner Kunstwerke werden in führenden Museen und Galerien sowohl in den USA wie auch in Europa veranstaltet.