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Öffnungszeiten:

Sonntag bis Mittwoch: 9.00- 17.00 Uhr
Donnerstag: 9.00-20.00 Uhr*
Freitags und an den Abenden vor einem Feiertag: 9.00-14.00 Uhr

Yad Vashem ist an Samstagen und jüdischen Feiertagen geschlossen.

Das Museum zur Geschichte des Holocaust, das Kunstmuseum, der Ausstellungspavillon und die Synagoge sind bis 20.00 Uhr geöffnet. Alle anderen Einrichtungen schließen um 17.00 Uhr.

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Antisemitismus und deutsch-jüdische Beziehungen in der Moderne

Der Antisemitismus im christlichen Europa war bis in die Moderne religiös begründet und basierte auf dem Bild des Juden als Christusmörder. Der moderne Antisemitismus betonte dahingegen gesellschaftliche und ökonomische Unterschiede und vermischte diese mit rassisitischen Theorien, die die Juden als eine minderwertige Rasse definierten.
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Der Antisemitismus war im christlichen Europa, einschließlich der deutschsprachigen Länder, für lange Zeit tief verwurzelt. Das Bild des Juden als Christusmörder und die Tatsache, dass die meisten Juden mit aller Kraft versuchten einer Christianisierung zu entgehen, erweckten Hass und Misstrauen. In den christlichen Ländern wurden die Juden gedemütigt, aus ihren Wohnorten vertrieben und dazu gezwungen, besondere Kennzeichen zu tragen und in abgetrennten Wohngebieten zu leben. Sie wurden als Söhne des Teufels dargestellt und des Mordes an Kindern zu rituellen Zwecken beschuldigt. Die Kirche sprach sich jedoch gegen die Ermordung von Juden aus.

In der Moderne entwickelte sich ein neuer Antisemitismus, der ökonomische, gesellschaftliche und politische Unterschiede betonte. Der Begriff „Antisemitismus“, der eine Abneigung gegen Juden nicht unbedingt als Angehörige einer anderen Religion, sondern einer anderen Nation oder sogar einer besonderen Rasse bezeichnet, wurde seit Ende der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland mehr und mehr akzeptiert, und verbreitete sich anschließend auch in anderen Ländern. Dieser neue Judenhass vermengte sich mit rassisitischen Theorien, die in Europa seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts verbreitet waren.

Im deutschen Kaiserreich führte der Antisemitismus zur Gründung antijüdischer Parteien und zu antijüdischer Propaganda. Den Antisemiten gelang es bis zum Ersten Weltkrieg zwar nicht, den zivilrechtlichen Status der deutschen Juden zu ändern, aber sie schadeten ihrem Ansehen und ihrem gesellschaftlichem Status. Viele Deutsche, die sich mit dem Antisemitismus nicht identifizierten, unter ihnen Mitglieder verschiedener Eliten, vermieden dennoch entschlossen, gegen ihn aufzutreten, da auch sie die Juden für „anders“ hielten. In Österreich wurde der Antisemitismus soagr noch stärker und einer der zentralsten Fürsprecher des Antisemitismus – Karl Lueger – wurde zum Bürgermeister von Wien gewählt.

Als Reaktion auf die antisemitische Kampagne gründeten die Juden Deutschlands 1893 den „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, einen Verband, der aktiv gegen den Antisemitismus auftrat und bald zur größten jüdischen Organisation in Deutschland wurde. Andere Juden wandten sich in dieser Zeit dem Zionismus zu und begannen sich graduell vom deutschen Volk zu distanzieren.

Im Ersten Weltkrieg meldeten sich die meisten deutschen und österreichischen Juden, inklusive der Zionisten, zum Krieg für ihr Vaterland und hofften damit ihre Loyalität unter Beweis stellen und so dem Antisemitismus ein Ende setzen zu können. Tausende gaben ihr Leben für ihre Heimat. Trotzdem hielt der Einfluss des Antisemitismus auch im Laufe des Krieges an und erreichte seinen Höhepunkt, als die deutsche Armee 1916 eine Zählung der jüdischen Soldaten an der Front durchführte. Trotz alledem hielt der weitaus größte Teil der deutschen Juden an der Loyalität zum Vaterland fest.