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Besucherinfo
Öffnungszeiten:

Sonntag bis Mittwoch: 9.00- 17.00 Uhr
Donnerstag: 9.00-20.00 Uhr*
Freitags und an den Abenden vor einem Feiertag: 9.00-14.00 Uhr

Yad Vashem ist an Samstagen und jüdischen Feiertagen geschlossen.

Das Museum zur Geschichte des Holocaust, das Kunstmuseum, der Ausstellungspavillon und die Synagoge sind bis 20.00 Uhr geöffnet. Alle anderen Einrichtungen schließen um 17.00 Uhr.

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Der Eichmann-Prozess Revisited - Juli 2011

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe des deutschsprachigen e-Newsletters von Yad Vashem. In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Eichmann-Prozess, der vor genau 50 Jahren in Jerusalem stattgefunden hat. Nicht nur in Israel erregte der Prozess gegen Adolf Eichmann Aufsehen, vielmehr zeigte die gesamte Weltöffentlichkeit Interesse an den Geschehnissen im Jerusalemer Gerichtssaal. Bis heute scheint dieses Interesse ungebrochen zu sein. In zahlreichen Publikationen, Ausstellungen und Tagungen wird in diesem Jahr der Prozess gegen Eichmann erneut zum Thema der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gemacht.

Die aktuelle Ausgabe dieses Newsletters nimmt den Eichmann-Prozess zum Ausgangspunkt für nach wie vor aktuelle Fragestellungen und Diskussionen, die sich mit dem Prozess, den Zeugnissen der Überlebenden und der Auseinandersetzung mit den Tätern beschäftigen. Der Beitrag von Yael Weinstock Mashbaum gibt zunächst einen knappen historischen Überblick über die Geschehnisse während des Eichmann Prozesses. 

Das Gespräch mit Gabriel Bach, dem stellvertretenden Ankläger, bietet exklusiven Einblick in das Prozessgeschehen, die oft schwierige Ermittlungsarbeit und die persönlichen Eindrücke vom Angeklagten Adolf Eichmann. Dr. Tobias Ebbrecht beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der filmischen Darstellung von Adolf Eichmann und hinterfragt kritisch den Umgang mit Quellen und Dokumenten. Der Beitrag von Dr. Maik Wogersien erweitert die Perspektive auf den Umgang der bundesdeutschen Justiz mit ihrer eigenen NS Vergangenheit am Beispiel Nordrhein Westfalens. Die Mitarbeiter der Villa ten Hompel, Stefan Querl und Ulrike Schneider-Müller widmen sich Überlegungen zur pädagogischen Auseinandersetzung mit NS-Tätern und greifen dazu für unsere Arbeit wichtige didaktische Fragestellungen auf. Ergänzt wird dieser Newsletter thematisch durch Buch- und Materialbesprechungen, unter anderem zu neuen Publikationen anlässlich des Eichmann Prozesses. Wie immer erhalten Sie auch dieses Mal Informationen von aktuellen Entwicklungen und Angeboten Yad Vashems sowie Neuigkeiten aus den deutschsprachigen Ländern.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und freuen uns über Feedback und Anregungen.

Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem

Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem

Beim Eichmann-Prozess in Jerusalem, vor 50 Jahren, war Gabriel Bach einer der anklagenden Staatsanwälte. Zudem war er maßgeblich an der Vorbereitung des Prozesses beteiligt. Noch heute spielt dieses Ereignis in Gabriel Bachs Leben eine große Rolle. Er wird häufig als Zeitzeuge eingeladen, um vor Schülerinnen, Schülern und Studierenden zu sprechen, gibt Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen und ist nach wie vor ein geschätzter internationaler Experte für das Prozedere bei NS-Kriegsverbrecherprozessen.
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Zum Umgang der nordrhein-westfälischen Justiz mit der nationalsozialistischen Vergangenheit

Zum Umgang der nordrhein-westfälischen Justiz mit der nationalsozialistischen Vergangenheit

Dr. Maik WogersienMit der Dokumentations- und Forschungsstelle „Justiz und Nationalsozialismus“ hat Nordrhein-Westfalen an der Justizakademie des Landes eine bundesweit in dieser Form einzigartige Einrichtung geschaffen, die es sich seit mehr als zwanzig Jahren zur Aufgabe gemacht hat, insbesondere jungen Justizmitarbeiterinnen und –mitarbeitern die Verfolgungsgeschichte der nationalsozialistischen Zeit zu vermitteln. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, Juristinnen und Juristen nicht nur das unentbehrliche Fachwissen angedeihen zu lassen, sondern auch den Menschen in der Robe...
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Praxisbeispiel aus der Bildungspartnerschaft ISHS Yad Vashem mit Münster

Praxisbeispiel aus der Bildungspartnerschaft ISHS Yad Vashem mit Münster

Ulrike Schneider-MüllerEtwa zeitgleich mit der Eröffnung des Geschichtsortes Villa ten Hompel in Münster hat die Paul-Gerhardt-Realschule Münster begonnen die Geschichte des Schulgeländes als Grundstück eines ehemaligen „Judenhauses“ zu erforschen.Die Biographien der Opfer standen und stehen bis heute im Mittelpunkt des Schülerinteresses. Die Schulgemeinde entschloss sich zur Erinnerung Stolpersteine für die Bewohner des Judenhauses zu verlegen und ihre Biographien in Gedenkblättern fest zu halten. Diese sind in einer Sammlung in der Villa ten Hompel ausgestellt.Betroffenheit...
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Hilde Sherman (1923–2011) in Jerusalem verstorben

Hilde Sherman (1923–2011) in Jerusalem verstorben

„Diese Ereignisse überstiegen einfach unsere Vorstellungskraft. Wir hatten zwar jüdische Geschichte gelernt, aber das war doch alles finsteres Mittelalter gewesen, fast Steinzeit! Doch nicht jetzt! Doch nicht mit uns! Trotzdem hätten wir es besser wissen müssen. Dafür schreibe ich dieses Buch: Damit meine Kinder und deren Kinder nicht eines Tages glauben, es wäre nur Geschichte gewesen.Geschichte, ja: Die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Inszeniert vom Volk der Denker und Dichter. Und toleriert von der ganzen Welt...1Diese Worte stammen von Hilde Sherman, Überlebende aus Deutschland,...
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Adolf Eichmann vor Gericht

Adolf Eichmann vor Gericht

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, insbesondere mit dem Beginn der intensiven Suche nach ehemaligen Nazis und den einsetzenden Kriegsverbrecherprozessen, wurde die Funktion Adolf Eichmanns bei der Durchführung der sogenannten „Endlösung“ auf verschiedene Weisen interpretiert. Eichmann stand als Leiter des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) im Dienste der Gestapo und der SS und war letztendlich verantwortlich für die Deportation von mehr als 1,5 Millionen Juden und Jüdinnen aus ganz Europa in die Vernichtungszentren in Polen und der Sowjetunion.Es war die Besonderheit seiner Arbeit,...
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Medienfigur Eichmann

Medienfigur Eichmann

In ihrer jüngst erschienen Studie „Eichmann vor Jerusalem – Das unbehelligte Leben eines Massenmörders“ hat Bettina Stangneth anschaulich dargelegt, wie stark Eichmann selbst und andere ehemalige Nazigrößen während und nach der Zeit des Nationalsozialismus ein öffentlich wahrnehmbares Bild der ‚Figur Eichmann‘ schufen, das noch bis heute wirksam ist.1 Eichmanns Karriere, sein Leben im Fluchtland Argentinien und sein Auftreten vor Gericht in Jerusalem waren in besonderem Maße von Inszenierungen und Selbstinszenierungen begleitet, die die spätere Wahrnehmung...
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Täterforschung als Herausforderung für die historisch-politische Bildung

Täterforschung als Herausforderung für die historisch-politische Bildung

Stefan Querl„Viele Vollstrecker und wenige Verweigerer“: Die Kuratoren, Projektleiter und Berater der Berliner Polizeiausstellung, die unter dem Titel „Ordnung und Vernichtung“ im Deutschen Historischen Museum (DHM) erfreulicherweise bis zum 28. August verlängert worden ist, bringen mit der Überschrift den aktuellen Stand der NS-Täterforschung treffend zum Ausdruck. Und wer in der Präsentation die mit Punkten schier übersäten Landkarten Osteuropas sieht, die Tatorte markieren, an denen „Freunde und Helfer“ zu Henkern wurden, wird sich als Multiplikator...
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