Lichtflecke - Frau sein im Holocaust

Liebe

Einführung

Partnerschaft und Familie bilden die Grundlage menschlicher Gesellschaften. Als die Welt während des Holocaust aus den Fugen geraten war, boten Partnerschaft und Familie oft die einzige Zuflucht.

Die Menschen wussten nicht, was die nächste Stunde, und noch viel weniger was der nächste Tag bringen würde. Sie versuchten daher, sich eine Umgebung zu schaffen, die ihnen die Illusion von Stabilität geben würde. Menschen verliebten sich an den undenkbarsten Orten. Sie heirateten, ohne zu wissen, ob sie alleine oder als Paar überleben, ob sie jemals in der Lage sein würden, sich ein gemeinsames Leben einzurichten.

Es war ihnen wichtig, formal und offiziell zu heiraten – manchmal, weil sie sich dadurch Schutz vor der Deportation in den Osten erhofften, und manchmal, um gemeinsam deportiert zu werden. Gleichzeitig gab es aber auch viele „wilde“ Partnerschaften – rasche, provisorische und formlose Abmachungen, die die Chancen erhöhten, an Geld oder Essen zu gelangen und zu überleben.

Andere Partnerschaften entstanden aus dem psychischen Bedürfnis nach Wärme und Verständnis in einer Umgebung, die genau diesem Bedürfnis zuwider lief. Viele Beziehungen waren „verboten“ und wären in der früheren Welt niemals zustande gekommen.