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Besucherinfo
Öffnungszeiten:

Sonntag bis Mittwoch: 9.00- 17.00 Uhr
Donnerstag: 9.00-20.00 Uhr*
Freitags und an den Abenden vor einem Feiertag: 9.00-14.00 Uhr

Yad Vashem ist an Samstagen und jüdischen Feiertagen geschlossen.

Das Museum zur Geschichte des Holocaust, das Kunstmuseum, der Ausstellungspavillon und die Synagoge sind bis 20.00 Uhr geöffnet. Alle anderen Einrichtungen schließen um 17.00 Uhr.

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Die Reaktion der Welt

Bereits im Sommer 1942 besaßen die Alliierten genaue Informationen über die Ermordung der europäischen Juden. Dennoch blieb das entscheidende politische Konzept von Staatsmännern und Militärs, den Schwerpunkt auf den militärischen Sieg zu legen.
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„Möge mein Tod ein Schrei des Protestes sein gegen die Gleichgültigkeit der Welt, die bei der Vernichtung der Juden zusieht, ohne Maßnahmen zu ergreifen das zu verhindern."

Szmul Zygielbojm gehörte zu den Führungspersönlichkeiten der Juden in Polen und lebte als Flüchtling in London. Aus Protest gegen die Gleichgültig- und Teilnahmslosigkeit der Welt beging er Selbstmord.

Im Mai 1942 sendete die BBC in London glaubwürdige Meldungen über die Ermordung polnischer Juden, die einen Monat später, am 26. Juni, erneut ausgestrahlt wurden. Diese Informationen, die die freie Welt erreichten, waren exakt und leicht verständlich. Im Dezember 1942 sprachen die Alliierten eine gemeinsame öffentliche Warnung aus, in der sie die Deutschen für die Ermordung der Juden in Europa verantwortlich machten. Dennoch blieb das entscheidende politische Konzept von Staatsmännern und Militärs, den Schwerpunkt auf den militärischen Sieg zu legen. In der Beendigung des Krieges sah man gleichzeitig das Ende der systematischen Ermordung der Juden.

Eine ähnliche Begründung wurde auch denjenigen gegenüber angeführt, die die Alliierten wiederholt anflehten, die Gaskammern und Krematorien im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und die dorthin führenden Schienen zu bombardieren. Diese Bitten wurden von britischen und amerikanischen Regierungsstellen eins ums andere Mal mit der Behauptung zurückgewiesen, dass eine Bombardierung der Gaskammern massive Ressourcen erfordere („eine Unterstützung aus der Luft, die für den Erfolg unserer Streitkräfte, die mit entscheidenden Einsätzen beschäftigt sind, unentbehrlich ist“). Zudem könne eine wirkungsvolle Bombardierung den gegenteiligen Effekt erzielen, da Deutschland seine Haltung gegenüber den Juden verschärfen könnte. Im Juni 1944 machten amerikanische Flugzeuge eine Reihe von Luftaufnahmen über Industriefabriken in der Gegend von Auschwitz, auf denen die Tötungsvorrichtungen gut zu sehen waren. Am 20. August wurden Bomben auf eine Fabrik unweit der Gaskammern abgeworfen. Die Gaskammern an sich wurden nicht bombardiert.

Bereits Ende 1941 erreichten Nachrichten über die Ermordung der Juden den Vatikan. Im März 1942 wurde Papst Pius XII. aufgefordert zu intervenieren. Er sollte die Deportation der slowakischen Juden nach Auschwitz verhindern. Allem Anschein nach beeinflusste sein Druck auf den slowakischen Klerus die Entscheidung, die Deportation der Juden vorübergehend aufzuschieben. Die Alliierten, deren Erwägungen militärisch-politischer Natur waren, baten den Papst mehrmals inständig um ein Dekret, das das Vorgehen Nazi-Deutschlands verurteilen würde. Der Vatikan reagierte allerdings nur mit einer allgemeinen und unverbindlichen Stellungsnahme gegen die „Schrecken des Krieges“.