Yad Vashem „Sag niemals, du gehst den allerletzten Weg...

Itsik Vitnberg

Text: Schmerke Kaczerginski
Melodie: russisch

Itsik Vitnberg

Auf der vorliegenden Interpretation aus den Aufnahmen der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission singt Schmerke Kazcerginski alle fünf Strophen und wiederholt jeweils die zweite Hälfte der Strophe.

Das Lied wurde 1948 in dem Buch „Lider fun di Getos un Lagern“ („Lieder aus den Ghettos und Lagern“, Text: S. 341-342, Melodie: S. 426), 1983 mit Übersetzung ins Englische in „Mir zenen do“ (S. 87), 1954 in „Min Hametzar Karati“ („Aus der Enge rief ich“, S. 197) und 1987 mit Übersetzung ins Hebräische in „Min Hametzar“ („Aus der Enge“, S.88) und sowie in anderen Quellen veröffentlicht.

Der Titel des Liedes bezieht sich auf seinen Helden, Itsik Vitnberg. Es erzählt die tragische Geschichte Vitnbergs, dessen Tod die Wilnaer Partisanen dazu brachte, das Ghetto zu verlassen und sich in die Wälder zu schlagen, um die Liquidierung des Ghettos durch die Nazis zu verhindern.

In einer Bemerkung zu dem Lied beschreibt Kaczerginski den Vorfall folgendermaßen: „In der Nacht des 16. Juli 1943 nahm die Gestapo den Kommandanten der Wilnaer Partisanen, Itsik Vitnberg, fest. Einige Partisanen drangen in seine Arrestzelle ein und befreiten den Gefangenen. Am nächsten Tag forderte die Gestapo die Auslieferung Vitnbergs – anderenfalls werde das Ghetto liquidiert. Obwohl er wusste, dass das Ghetto in jedem Falle liquidiert werden würde und die Gestapo ihn nur als Vorwand benutzte, stellte sich Vitnberg, um keine Feindseligkeit zwischen den Ghettobewohnern und den Wilnaer Partisanen aufkommen zu lassen. Zwei Tage später wurde er ermordet.“

Wie auch andere Ghetto- und Partisanenlieder aus Wilna beschreibt dieses Lied den Vorfall und personifiziert die umgebende Natur und die Nacht. Die Dunkelheit der Nacht hilft den Partisanen zu kämpfen und Vitnberg zu befreien, bis er sich stellt und um der Allgemeinheit willen sein Leben opfert. Die Melodie entstammt einem bekannten russischen Lied.


Itsik Vitnberg

S'ligt ergets fartayet
Der faynd vi a khaye,
Der mauzer er vakht in mayn hant.
Nor plutsem geshtapo,
Es firt a geshmidtn
Durkh fintsternish dem komendant.

Di nakht hot mit blitsn
Dos geto tserisn.
Gefar  – shrayt a toyer, a vant.
Khaveyrim getraye
Fun keytn bafrayen,
Farshvindn mit dem komendant.

Di nakht iz farfloygn,
Der toyt far di oygn
Dos geto es fibert in brand.
In umru dos geto,
Es drot di geshtapo,
Toyt - oder dem komendant!

Gezogt hot dan itsik
Un durkh vi a blits iz -
"Ikh vil nit ir zolt tsulib mir
Darfn dem lebn
Dem soyne opgebn"...
Tsum toyt geyt shtolts der komandir!

Ligt vider fartayet
Der faynd vi a khaye,
Vakhst fester mayn mauzer, in hant,
Itst bist mir tayer,
Zay du mayn bafrayer,
Zay du itster mayn komendant!

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Conference on Jewish Material Claims Against Germany

The Conference on Jewish Material Claims Against Germany works to secure compensation and restitution for survivors of the Holocaust.

Since 1951, the Claims Conference - working in partnership with the State of Israel - has negotiated for and distributed payments from Germany, Austria, other governments, and certain industry; recovered unclaimed German Jewish property; and funded programs to assist the neediest Jewish victims of Nazism.