Mit dem Fischerbot nach Schweden

Henry Christen und Ellen Margrethe Thomsen

Dänemark

Henry Christen ThomsenHenry Christen Thomsen
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Henry Christian Thomsen und seine Frau Ellen Margrethe waren Gastwirte im Dorf Snekkersten bei Helsingør in Nordseeland. Es wird geschätzt, dass 1000 Menschen von hier aus nach Schweden gelangt sind. Die Thomsens waren aktive Mitglieder des Widerstands, und ihr Gasthaus wurde zum Knotenpunkt auf der geheimen Route nach Schweden. Es war der Treffpunkt der Fischer, die Juden in ihren Fischerbooten beförderten,  und die fliehenden Juden wurden in dem Gasthaus untergebracht oder von den Thomsen in eine andere Unterkunft gebracht. Als die Anzahl der Juden zunahm, besorgte sich Thomsen ein Boot und unternahm selber einige Fahrten nach Schweden.

Die Dorfbevölkerung unterstützte die Rettungsaktion, und viele trugen zu ihrem Erfolg bei. Es gab jedoch auch Ausnahmen: in den ersten Tagen benachrichtigte ein deutschfreundlicher Einwohner von Snekkersten die Polizei in Helsingør, er habe eine Gruppe von jüdischen Flüchtlingen dabei beobachtet, wie sie in ein Boot stiegen. Die Polizei kam und nahm die Flüchtlinge fest, aber nachdem sie eine kurze Strecke zurückgelegt hatten und außer Sichtweite des Kollaborateurs waren, hielten die Polizisten an und forderten die Juden auf, ins Gasthaus von Snekkersten zurückzukehren, wo man ihnen helfen würde. Viele andere Bewohner des Dorfes und seiner Umgebung halfen Thomsen, wie zum Beispiel der Arzt Jorgen Gersfelt. Er fungierte als Fahrer und brachte die Juden in Nachtquartiere und zu den Booten. Viele Flüchtlinge fanden bei ihm Unterschlupf, bis sie an Bord gehen konnten.

Thomsen wurde von der Gestapo verhört, die ihn verdächtigte, am Hinausschmuggeln der Juden beteiligt zu sein, aber es wurden keine Beweise gegen ihn gefunden. Er setzte seine Aktivitäten im Untergrund fort und wurde im August 1944 nochmals festgenommen. Diesmal schickte man ihn ins Konzentrationslager Neuengamme in Deutschland, wo er vier Monate später ums Leben kam. Er war 38 Jahre alt.

1968 verlieh Yad Vashem Henry Christen Thomsen und seiner Frau Ellen Margrethe den Titel „Gerechte unter den Völkern“.

Im selben Jahr besuchte Frau Thomsen Israel und pflanzte einen Baum auf der Allee der Gerechten.