Pfarrerehepaar Gertrud und Otto Mörike

Deutschland

Pfarrerehepaar Gertrud und Otto MörikePfarrerehepaar Gertrud und Otto Mörike

Der Gemeindepfarrer - später Dekan -  Otto  Mörike (geb. 7. April 1897) war Mitglied des  „Bruderrates"  der  Bekennenden Kirche in Württemberg. Dieser bot in Reaktion auf einen Aufruf seines Berliner Zweiges flüchtigen Juden Zuflucht und Hilfe, vor allem in der Endphase des Zweiten Weltkrieges.

Trotz früherer Zusammenstöße mit der Gestapo - einmal erhielt er wegen seiner antifaschistischen Einstellung sogar Predigtverbot - zögerte Mörike nicht, weitere Risiken einzugehen. Im November 1943 nahmen er und seine Frau Gertrud (geb. 1904) in ihrem Haus im Dorf Flacht das jüdische Ehepaar Krakauer auf, zusätzlich zu fünf eigenen Kindern, einem verletzten Pflegekind, und drei weiteren Personen. Urn rnöglichen Gerüchten vorzubeugen, zeigte sich Mörike mit dem jüdischen Ehepaar in der Öffemlichkeit und verbreitete, die beiden wären „arische" Bekannte, die aus Berlin geflüchtet seien. Die Krakauers konnten jedoch nicht länger als vier Wochen in Flacht bleiben, da sie sich sonst polizeilich hätten anmelden müssen. Mörike übernahm es, Ihnen weiterhin bis zum Ende des Krieges geheime Verstecke zu verschaffen - an insgesamt 41 verschiedenen Orten.

Am 3. November 1970 erkannte Yad Vashem  Otto und Gertrud  Mörike als „Gerechte unter den Völkern" an.


Dieser Text wurde dem „Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher” (Hrsg.: Daniel Fraenkel und Jakob Borut) entnommen