Die Gerechten unter den Völkern

Wie man sich bewirbt

Eine Person kann für den Titel „Gerechter unter den Völkern“ in Betracht gezogen werden, wenn die vorliegenden Daten, basierend auf Aussagen von Überlebenden oder anderen Dokumenten, eindeutig darauf hinweisen, dass eine nichtjüdische Person ihr Leben, ihre Freiheit und ihre Sicherheit riskiert hat, um einen oder mehrere Juden vor der Bedrohung durch Tod oder Deportation zu bewahren, ohne dafür eine finanzielle oder andere Gegenleistung zu erwarten. Dies gilt auch für Retter, die inzwischen verstorben sind.
Um jemanden für den Titel „Gerechter unter den Völkern“ vorzuschlagen oder uns über eine Rettungsaktion in Kenntnis zu setzen, senden Sie bitte folgende Dokumente an die Abteilung für die Gerechten unter den Völkern:

1. Unterschriebene und notariell beglaubigte Zeugenaussagen von Überlebenden und anderen Zeugen, möglichst einschließlich aller bekannten Personalangaben zu Rettern und Überlebenden, eine detaillierte Beschreibung des Rettungsversuchs (wie der Kontakt zum Retter hergestellt wurde; Art der Rettung; Ort und Zeitpunkt der Rettung; Absprachen und Vereinbarungen zwischen Rettern und Überlebenden; worin bestand die Gefahr für die Retter; andere Einzelheiten, die die Art der Rettung verdeutlichen). Zeugenaussagen können auf Hebräisch oder in jeder europäischen Sprache verfasst werden.
Richtlinien zur Abgabe einer Zeugenaussage:

Deutsch: Guidelines in German, Englisch: Guidelines in English, Französisch: Guidelines in French, Italienisch: Guidelines in Italian, Polnisch: Guidelines in Polish, Russisch: Guidelines in Russian, Hebräisch: Guidelines in Hebrew.

2. Jedes Dokument, das den Rettungsversuch  und das Schicksal des Überlebenden bescheinigt: offizielle Dokumente aus der Zeit des Holocaust; Briefe oder Tagebücher; Fotos von Überlebenden und Rettern, Nachkriegskorrespondenz zwischen Überlebenden und ihren Familien und Rettern und ihren Familien, nach dem Krieg niedergeschriebene Lebenserinnerungen oder Zeugenaussagen von Überlebenden; Zeugenaussagen von anderen Menschen, die von der Rettung wussten (Nachbarn, andere Überlebende, etc.); jedes andere Dokument, das Licht auf den Rettungsakt und die Beziehung zwischen Rettern und Geretteten werfen könnte.

Die Zeugenaussagen und die dazugehörigen Dokumente werden im Archiv von Yad Vashem auf unbegrenzte Dauer aufbewahrt und dienen Forschungs-, Erziehungs- und Erinnerungszwecken. Yad Vashem setzt sich dafür ein, das Programm „Gerechte unter den Völkern“ fortzuführen, solange Bewerbungen um diesen Titel eingehen und diese von stichhaltigen Beweisen im Sinne der o.a. Kriterien unterstützt werden.