Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer

Unsere Förderer

Die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer wurde dank der Vision und großzügigen Unterstützung der folgenden Einzelpersonen und Organisationen eingerichtet und ins Internet gestellt. Yad Vashem möchte diesen Förderern seine tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

Die Nadav-Stiftung

In Partnerschaft mit Keren Hajessod – Vereinigte Israel Aktion

Die Nadav-Stiftung wurde 2003 von Leonid Nevzlin, Vladimir Dubov und Mikhail Brudno im Rahmen des Keren Hajessod – Vereinigte Israel Aktion gegründet. Ihr Ziel ist es, Projekte zu fördern, die die Verbindung zwischen dem Staat Israel und der jüdischen Diaspora ausbauen, die jüdische Identität der jüngeren Generation stärken und ihre jüdische Bildung vertiefen, sowie Projekte, die akademische Forschung über das russische und osteuropäische Judentum beinhalten.

Zu den wichtigsten Projekten der Stiftung gehörten die Entwicklung des Beit Hatefutsot (des Diaspora-Museums) als eines Weltzentrums für jüdisches Volkstum, das Nevzlin-Zentrum an der Hebräischen Universität in Jerusalem für die Erforschung des russischen und osteuropäischen Judentums, Zentren zur Erforschung des russischen und osteuropäischen Judentums in Moskau, Wilna und Kiew, das Nevzlin-Programm für jüdische Zivilisation an der Universität Tel Aviv und Unterstützung der Projekte Birthright (Taglit) und Masa.

Das Opferlisten-Projekt des Schweizer Bankenvergleichs

Unter Leitung des vorsitzenden Richters Edward R. Korman vom Bezirksgericht New York-Ost fördert das Opferlisten-Projekt des Schweizer Bankenvergleichs die Zusammenstellung der Personen, denen Gelder aus dem Schweizer Bankenvergleich zugute kommen sollen, und verbessert die weltweite Zugänglichkeit ihrer Namen: Juden, Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, körperlich und geistig Behinderte  – alle, die von den Nazis verfolgt wurden,  die Opfer, die ermordert wurden, und die, die überlebten. Ihr Schicksal soll erforscht, ihr Andenken bewahrt werden.

10 Millionen Dollar aus dem Vergleichsfonds in Höhe von 1.25 Milliarden Dollar werden gemäß den Verfügungen des Gerichts für die folgenden Aktivitäten bereitgestellt:

  • Ortung und Identifikation von Archivmaterial und Zeugenaussagen, in denen die Namen von Ermordeten und Überlebenden erscheinen

  • Verbesserung des Zugangs zu Archiven, die Namen enthalten

  • Projekte, die die Digitalisierung von Namen vorantreiben, diese Namen ins Internet stellen und sie mit weiteren personenbezogenen und anderen relevanten Informationen verbinden

  • Kooperation auf breiter Basis zwischen den relevanten Institutionen, um diese Ziele zu erlangen

Das Gericht hat Dr. Wesley A. Fisher zum Geschäftsführer ernannt. In Absprache mit Experten für das Sammeln und Digitalisieren der Namen von Opfern und Verfolgten des Naziregimes kann der Geschäftsführer dem Fondsverwalter („Special Master“) Judah Gribetz und dessen Stellvertreterin Shari C. Reig und somit auch Richter Korman konkrete Aktivitäten zur Förderung empfehlen. Auf Bitte des Gerichts stellt die Konferenz für jüdische materielle Ansprüche gegenüber Deutschland (Jewish Claims Conference) technische und administrative Hilfe zur Verfügung.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind vorrangige Anliegen die Einrichtung umfangreicher Datenbank-Container, die die ungleichartigen Arten der Listen von jüdischen und nichtjüdischen Opfern und Verfolgten des Naziregimes bewältigen können, sowie die Einrichtung eines umfassenden integrierten Katalogs aller Listen, wozu nicht nur historisch-archivalische Listen sondern auch Listen wie die, die sich aus den 600.000 Fragebögen ergeben, die im Zusammenhang mit dem Schweizer Bankenvergleich eingegangen sind. Das Gericht ist sich darüber im Klaren, dass aus Gründen des Datenschutzes und infolge anderer Erwägungen möglicherweise nicht alle Informationen sofort öffentlich zugänglich gemacht werden können.

Das Opferlisten-Projekt wurde im November 2000 als Teil des Plans für die Zuteilung und Vergabe von Vergleichsgeldern bewilligt und ist unabhängig von den Vorschlägen zur Verwendung möglicher verbleibender Geldmittel, die dem Gericht 2004 zur Erwägung vorgelegt wurden.

 „Aus Daten entsteht Information, aus Information Wissen, aus Wissen Weisheit.“

Paul Baan – Ein persönliches Wort

Im Folgenden möchten wir unsere persönlichen Gefühle im Zusammenhang mit unserer Spende an das Yad Vashem Holocaust Museum darlegen.

Mein Bruder und ich wuchsen im weltweiten Informations- und Kommunikationstechnologie-Business heran. 1978 gründeten wir die Baan Company (http://www.baan.com), und zur Zeit sind wir die Haupt-Aktieninhaber der Vanenberg Group (http://www.vanenburg.com).
Infolge der starken Position Israels im Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektor haben wir uns entschlossen, unser Anlageportfolio in Israel zu erweiternund in mehrere Hi-Tech-Gesellschaften zu investieren.

Doch unsere Beziehung zu Israel beruht auf weit mehr als nur geschäftlichen Interessen. Als Christen sind wir sehr an der Geschichte der Bibel interessiert, wodurch wir in vieler Hinsicht starke Solidarität mit der Kultur Israels und den Menschen in Israel empfinden.
Außer geschäftlichen Investitionen in Israel freuen wir uns, mithilfe unserer NOABER-Stiftung (http://www.noaber.com) auch eine Reihe von Projekten im Bereich der Wohltätigkeit fördern zu können. NOABER ist ein altes niederländisches Wort, dass „Nachbar“ bedeutet. Das Hauptziel der NOABER-Stiftung ist, mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie die Gemeinschaft der Welt von morgen zu verbessern. Unser Motto ist „ICT for ICT“: „Improve the Community of Tomorrow‘s World with the help of Information and Communication Technology.”

Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir zur Computerisierung des Archivierungssystems von Yad Vashem beitragen konnten. Nicht nur passen die Ziele  des Projekts sehr gut zu den Zielsetzungen der NOABER-Stiftung – es gibt ein viel tieferes Motiv: Die Tatsache, dass wir dank der Computerisierung des Archivierungssystems nun in der Lage sind, durch das Internet die gesamte Geschichte des Holocaust global und nachhaltig „auszustrahlen“, stellt unserer Meinung nach einen bedeutenden Durchbruch dar.

Wir waren zutiefst beeindruckt, als wir zum ersten Mal das alte Archivierungssystem mit all seinen detaillierten Dokumenten und Daten sahen, die das schmerzvolle Leiden so vieler unschuldiger Juden verkörpern. In diesem Augenblick hatten wir das starke Gefühl, unser Äußerstes tun zu müssen, um so vielen Menschen wie möglich Zugang zu diesen Informationen zu geben. Informations- und Kommunikationstechnologie ist ein sehr gutes Mittel der Umwandlung von vererbten Daten in Informationen und Wissen, die der Weltgemeinschaft zugänglich sind, damit sie davon lernen kann. Wir haben das Gefühl, mit diesem Projekt zur „Wiederauferstehung“ der Opfer des Holocaust beizutragen, da das alte Archivierungssystem bereits zu neuem „Leben“ gelangt ist.

Zurzeit besuchen über zwei Millionen Besucher im Jahr Yad Vashem, aber von nun an besteht die Möglichkeit, Yad Vashem auch online einen Besuch abzustatten. Wir sind sicher, dass dies die Anzahl der Besucher des Yad Vashem Holocaust Museums ungemein steigern wird. Vor allem hoffen wir, dass Gott der Menschheit die Weisheit geben wird, Verbrechen dieser Art in Zukunft zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Paul Baan