Der Museumskomplex

Das Museum zur Geschichte des Holocaust

Die Galerien

Rückkehr ins Leben

She'erit Hapleita

Die neunte Galerie ist ausschließlich den She'erit Hapleita (den letzten Überlebenden) gewidmet. Viele von ihnen fühlten sich „befreit, aber nicht frei", wie ein Überlebender es formulierte. Die Überlebenden führten ein Leben zwischen Erinnerung und Hoffnung, zwischen Verlust, Angst, Hass und Leid auf der einen Seite, und dem Kampf, ihren Platz im Leben wiederzufinden und sich eine neue Zukunft aufzubauen, auf der anderen Seite. Diese Spannung bildet den Schwerpunkt der Ausstellung.

Diese Ausstellung behandelt den Prozess, den die Überlebenden durchlaufen sind: die Suche nach den Familienangehörigen, die Versuche, mit dem Verlust fertig zu werden, die Suche nach den vermissten Kindern, der Aufbau von Waisenhäusern, die Flucht vor dem ungezügelten Antisemitismus in Polen nach dem Holocaust; das Leben in den DP Lagern in Deutschland und der Aufbruch von dort in andere Länder  – größtenteils nach Eretz Israel.

Ein Zentralstück dieser Galerie ist die Originalhütte aus einem DP Lager in Deutschland. Hier kann der Besucher die Lebenskraft spüren, die die Welt der She'erit Hapleita kennzeichnete und darin zum Ausdruck kam, dass neue Familien gegründet und Kinder geboren wurden und sich verschiedene religiöse und kulturelle Richtungen jüdischen Lebens entwickelten. Die letzten Überlebenden (She'erit Hapleita) fühlten sich stark zum Zionismus hingezogen als Folge ihrer Erlebnisse während des Krieges. Sie gelangten immer mehr zu der Überzeugung, dass es für das jüdische Volk wichtig war, eine territoriale Lösung in Eretz Israel zu finden, und dass es für die Nationen der Welt notwendig war, gerecht zu handeln und die Tore von Eretz Israel und anderen Ländern zu öffnen, um die Überlebenden dort willkommen zu heißen.

Die politische Realität zwang die She'erit Hapleita die Mühsalen und Schwierigkeiten einer illegalen Einwanderung und ein Leben in weiteren Lagern – dieses Mal in den DP Camps auf Zypern – durchzuhalten.

Die Ausstellung endet mit einer audio-visuellen Präsentation "The Tension Between Memory and Hope" (Die Anspannung zwischen Erinnerung und Hoffnung), welche die wichtigsten Faktoren dieses komplexen Themas anschaulich darstellt.