Der Museumskomplex

Das Museum zur Geschichte des Holocaust

Die Galerien

Massenmord

Die „Endlösung" beginnt

Das „Unternehmen Barbarossa", der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, kennzeichnete den Anfang des Plans für die Massenmorde an den Juden. In dieser Abteilung können die Besucher dem Vorgehen eines mobilen Tötungskommandos, der Einsatzgruppe C, in Ostgalizien und in der Ukraine, folgen. Eine ungewöhnlich große Zahl von Dokumenten belegen die Aktivitäten dieser Einsatzgruppe. Schon innerhalb der ersten vier Monate, ermordete die 800 SS-Soldaten umfassende Einsatzgruppe C 75.000 Juden aus Dörfern und Städten. In Babi Jar töteten die Soldaten 34.000 Juden aus Kiew innerhalb von nur zwei Tagen. Ganze jüdische Gemeinden wurden vom Angesicht der Erde ausgelöscht. Ähnliche mörderische Aktionen wurden auch in Serbien und Rumänien durchgeführt, oft mit der Beteiligung der Ortsansässigen.

Die Ausstellung betont auch die Perspektive der Opfer. Die Stimmen der wenigen Geflohenen können auf Bildschirmen gehört und gesehen werden, daneben befinden sich seltene Fotografien von dem Massaker der Juden Vilnas in Ponary. Als Juden auch aus Vilna nach Ponary gebracht wurden, wurde einigen Bewohnern des Ghettos klar, dass die „Aktionen", die an ihnen verübt wurden, zu dem Plan der totalen Vernichtung gehörten. In einem Treffen mit den Mitgliedern der Jugendbewegung Hashomer Hatzair zeigt Abba Kovner ihnen ein Poster, auf welchen er die jüdische Jugend dringend zum Widerstand aufruft. Es war das erste Mal, dass Juden aufgefordert wurden, sich selbst mit Waffen gegen die Nazis zu wehren.

Fernerhin zeigt die Ausstellung den Besuchern die Wannsee-Konferenz, die zusammengekommen war, um die Maßnahmen und eine interministerielle Koordination für die Durchführung der „Endlösung" der Judenfrage zu besprechen. Der Zweck dieses Treffens war nicht, die „Lösung der Judenfrage" durch die Ermordung aller Juden zu besprechen, sondern über Wege nachzudenken, die bereits getroffene Entscheidung durchzuführen. Die Direktoren der Regierungsstellen erhoben keine Einwendungen.