Freunde von Yad Vashem

Veranstaltungen in Europa

Eröffnung der Ausstellung über den „Eichmann-Prozess“ Linz

30/01/2012

Im Bild (v.l.n.r.): Dr. Leopold Heinrich Ammerer; Günther Schuster; Dr. Gerold Lehner, Superintendent der Evangelischen Kirche in Oberösterreich; Ulrike Schuster; Dipl.Ing. George Wozasek, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Linz; Gesandte Galit Ronen, Vizebotschafterin des Staates Israel in Österreich; Dr. Maximilian Aichern, Bischof em. der Diözese Linz; MMag. Klaus Luger, Vizebürgermeister der Stadt LinzIm Bild (v.l.n.r.): Dr. Leopold Heinrich Ammerer; Günther Schuster; Dr. Gerold Lehner, Superintendent der Evangelischen Kirche in Oberösterreich; Ulrike Schuster; Dipl.Ing. George Wozasek, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Linz; Gesandte Galit Ronen, Vizebotschafterin des Staates Israel in Österreich; Dr. Maximilian Aichern, Bischof em. der Diözese Linz; MMag. Klaus Luger, Vizebürgermeister der Stadt Linz

Im Alten Rathaus in Linz wurde am 30. Januar 2012 die Ausstellung über den „Eichmann-Prozess“, der im Jahr 1961 in Jerusalem stattfand, eröffnet.

Dass die Ausstellung nach Linz geholt werden konnte, ist von besonderer Bedeutung, da dies die Stadt ist, in der Eichmann aufgewachsen ist. Der SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann gilt als Organisator der Judentransporte in die Todeslager des NS-Regimes. Als Mitverantwortlicher für die mörderische „Endlösung der Judenfrage“ konnte sich Eichmann nach der Niederlage Nazi-Deutschlands vorerst der Verantwortung entziehen und nach Argentinien absetzen. Dort machten ihn 1960 Agenten des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad ausfindig und brachten ihn nach Israel, wo er vor Gericht gestellt wurde. Adolf Eichmann wurde zum Tod verurteilt und am 31. Mai 1962 hingerichtet.

Der Prozess gegen Adolf Eichmann ist nun Gegenstand der neuen Ausstellung, die in Yad Vashem entwickelt wurde. Die deutsche Produktion wurde von den Österreichischen Freunden von Yad Vashem mitfinanziert. In Zusammenarbeit mit der Stadt Linz wird sie nun zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum gezeigt.

Dr. Leopold Ammerer, Richter im Ruhestand, bezeichnete in seinem Referat den lange umstrittenen Prozess gegen Adolf Eichmann als international rechtskonform. Problematischer sei hingegen die Entführung Eichmanns aus Argentinien gewesen. Der österreichische Staat habe jedoch kein Interesse an einer Strafverfolgung gezeigt, obwohl Eichmann einen bedeutenden Teil seiner Verbrechen in Wien begangen oder von dort aus koordiniert hatte.

Der Vorsitzende der Österreichischen Freunde von Yad Vashem, Günther Schuster, bekräftigte in seiner Eröffnungsrede, dass trotz der Tatsache, dass viele nicht mehr hinhören und hinsehen wollen, es weiterhin wichtig sei, an den Holocaust und seine Folgen zu erinnern. Der Holocaust sei Teil der österreichischen Geschichte und somit Teil der österreichischen Identität.

Die Ausstellung war bis zum 14. Februar in Linz, ist bis zum 9. März in Wels und bis zum 31. März wieder in Linz zu sehen. Danach geht sie nach Deutschland.

YV Magazin
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Yad Vashem Annual Report 2013
Yad Vashem Annual Report 2013