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BESA – Ein Ehrenkodex: Wie muslimische Albaner Juden retteten

17/11/2011

Arik Rav-On (YadVashem – Direktor für die deutschsprachigen Länder und der Schweiz), Spiro Koçi (Botschafter, ständiger Vertreter Albaniens bei den internationalen Organisationen in Wien), Horst Horvath (RE.F.U.G.I.U.S.), Milli Segal (Organisatorin der Wanderausstellung), Aki Nuredini (Projektunterstützer)Arik Rav-On (YadVashem – Direktor für die deutschsprachigen Länder und der Schweiz), Spiro Koçi (Botschafter, ständiger Vertreter Albaniens bei den internationalen Organisationen in Wien), Horst Horvath (RE.F.U.G.I.U.S.), Milli Segal (Organisatorin der Wanderausstellung), Aki Nuredini (Projektunterstützer)
Eingang RathausEingang Rathaus
Die Ausstellung „BESA - Ein Ehrenkodex“ in WienDie Ausstellung „BESA - Ein Ehrenkodex“ in Wien
Die Ausstellung „BESA - Ein Ehrenkodex“ in WienDie Ausstellung „BESA - Ein Ehrenkodex“ in Wien

Die Ausstellung „BESA - Ein Ehrenkodex“, die das beispielhafte Verhalten muslimischer Albaner während des Holocaust dokumentiert, war vom 17. November 2011 bis zum 17. Januar 2012 im Theater Nestroyhof/ Hamakom in Wien zu Gast.

Albanien mit seiner mehrheitlich muslimischen Bevölkerung erreichte das, woran viele andere europäische Nationen scheiterten: Es wurden fast alle Juden, die während der deutschen Besatzung auf albanischem Staatsgebiet lebten, gerettet. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie albanischer oder ausländischer Herkunft waren.

Die albanische Bevölkerung bewies außerordentlichen Mut, als sie sich weigerte, „ihre Juden“ an die deutschen Besatzer auszuliefern. Ebenso mutig war es, jüdischen Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren, als diese in Albanien nach Rettung suchten.

Es war jedoch nicht nur die albanische Bevölkerung, die Mut und Großmut zeigte, sondern auch die staatlichen Behörden verhielten sich vorbildlich. So statteten albanische Beamte jüdische Familien mit falschen Papieren aus, damit sie als Juden nicht erkennbar waren und so in dem mehrheitlich muslimischen Land von den deutschen Besatzern unbehelligt ihr Leben führen konnten.

Die Hilfe des albanischen Volkes gründete sich auf „BESA“ – einem ethischen Prinzip, das bis heute seine Gültigkeit in der albanischen Gesellschaft hat. „BESA“ heißt wörtlich „ein Versprechen halten“ und meint, Menschen in Not zu helfen und deren Leben zu schützen, ohne auf sich selbst oder die eigene Familie Rücksicht zu nehmen. Dieses Prinzip des selbstlosen Helfens wird von der albanischen Bevölkerung als eine Frage der Ehre angesehen.

Wegen dieser einmaligen Hilfeleistung wurden bis zum Jahr 2010 69 Albaner von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern” geehrt – und das bei einer Bevölkerungsanzahl von nur wenigen Millionen.

Die Ausstellung erzählt anhand von Porträts die Lebensgeschichte von 12 albanischen Muslimen, die während der Schoa Juden vor der Vernichtung bewahrten.

Die Aufnahmen stammen von dem amerikanischen Fotografen Norman Gershman.

Zur Eröffnung konnten wir über 150 Gäste begrüßen, darunter den israelischen Botschafter in Österreich, Aviv Shir-On, die Generalsekretärin des „Nationalfonds der Republik Österreich“ Mag.a Hannah Lessing, den Vorsitzender des „Zukunftsfonds der Republik Österreich“, Prof. Herwig Hösele und den Direktor von Yad Vashem für die deutschsprachigen Länder, Arik Rav-On.

Die Ausstellung ist von März bis Mai 2012 an verschiedenen Orten in Österreich zu sehen sein und geht danach nach Deutschland.

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Yad Vashem Annual Report 2013
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