Freunde von Yad Vashem

Österreichische Freunde von Yad Vashem

„Wir bekennen uns zu allen Taten unserer Geschichte und zu den Taten aller Teile unseres Volkes, zu den guten wie zu den bösen; und so wie wir die guten für uns in Anspruch nehmen, haben wir uns für die bösen zu entschuldigen - bei den Überlebenden und bei den Nachkommen der Toten.“ - mit diesen Worten räumte im Jahr 1991 der damalige Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky als erster österreichischer Regierungschef die Mitverantwortung des Landes für die Verbrechen des Nationalsozialismus ein. Bis dahin galt in der Republik die These, Österreich sei das erste Opfer der Machtentfaltung Hitlerdeutschlands gewesen.

Heute hat das offizielle Österreich eine andere Position - nicht zuletzt dank der unermüdlichen Arbeit vieler Organisationen der Zivilgesellschaft. Eine der größten sind die Österreichischen Freunde von Yad Vashem. Gegründet im Jahr 2003, hat der österreichische Freundeskreis inzwischen mehr als 600 engagierte Mitglieder aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens und aus allen Schichten der Gesellschaft. Den Ehrenvorsitz führt die Präsidentin des Österreichischen Nationalrates (Parlament), Maga. Barbara Prammer.

Die wichtigste Aufgabe des österreichischen Freundeskreises ist die Unterstützung der Jerusalemer Holocaust-Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem. Zahlreiche Projekte wurden bereits zur Gänze oder zum Teil aus österreichischen Spendengeldern finanziert. Aber es gibt in Österreich noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten und Verständnis für die Anliegen der Überlebenden des Holocaust sowie jene der Hinterbliebenen und Nachkommen zu wecken.

Parlament GV, Faymann, Spindelegger Parlament GV, Faymann, Spindelegger

Die Österreichischen Freunde von Yad Vashem fühlen sich diesem Anliegen besonders verpflichtet. Ihre Arbeit genießt einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, aber auch in der österreichischen Politik. Bereits zwei Mal fand die Generalversammlung des Freundeskreises im Herzen der österreichischen Demokratie, im Parlament in Wien, statt. Im Plenarsaal des Nationalrates sicherten sowohl der amtierende Bundeskanzler Werner Faymann als auch Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger den Mitgliedern des Freundeskreises ihre Unterstützung zu. Der österreichische Bundeskanzler ist selbst Mitglied der Österreichischen Freunde von Yad Vashem.

„No Child´s Play - Kein Kinderspiel“ „No Child´s Play - Kein Kinderspiel“

Das Gedenken an die Opfer der Shoa hochzuhalten ist ein weiteres, wesentliches Ziel des Freundeskreises in Österreich. Dazu werden bewährte Ausstellungen aus Yad Vashem ins Land geholt und an Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen vermittelt. Als wahrer „Renner“ erweist sich dabei seit mehreren Jahren die Ausstellung „No Child´s Play - Kein Kinderspiel“, die von Kinderschicksalen im Holocaust handelt. Die Österreichischen Freunde von Yad Vashem mussten ein zweites Exemplar der Ausstellung in Auftrag geben, damit die große Nachfrage auch nur annähernd gedeckt werden kann.

Der Freundeskreis arbeitet darüber hinaus an einer eigenen Ausstellung über die österreichischen „Gerechten unter den Völkern“. Dieses Vorhaben betrachten wir als entscheidenden Schlüssel zu den Herzen insbesondere jener ÖsterreicherInnen, die sich bisher nur ungern mit der NS-Vergangenheit des Landes auseinandersetzen wollten. Die Eröffnung der Ausstellung wird im Herbst 2013 stattfinden.

Rabinovici-Vortrag Rabinovici-Vortrag

Die Österreichischen Freunde von Yad Vashem veranstalten auch regelmäßig Empfänge für Überlebende der Shoa, pflegen intensive Kontakte zu ZeitzeugInnen und organisieren laufend Vorträge, in denen Überlebende ihre Erinnerungen weitergeben. Dazu kommen Informationsveranstaltungen in verschiedensten österreichischen Institutionen, in denen Yad Vashem mit seinen Aufgaben vorgestellt wird. Immer wieder organisiert der Freundeskreis auch Studienreisen nach Israel. Ein Besuch Yad Vashems ist dabei stets ein fester Programmpunkt.

Der Vorstand des Freundeskreises nimmt an allen wichtigen Gedenkfeiern in Österreich, aber auch in Israel teil. Zudem ist es auf Initiative des Freundeskreises gelungen, den Internationalen Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen auch in Österreich als Gedenkanlass zu etablieren. (Bild: Kranzniederlegung)

„Das, was geschieht oder geschehen ist, wird erst dann Geschichte, wenn wir uns erinnern. Die Wirklichkeit, wie sie sich aus Fakten zusammensetzt, wird erst dann zur Wahrheit, wenn wir sie deuten. Wir verstehen die Gegenwart nur, wenn wir nicht aufhören, über die Vergangenheit zu sprechen.“ - Univ.Prof. Drin. Ruth Klüger, Germanistin und Schriftstellerin, Auschwitz-Überlebende

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Yad Vashem Magazin
Yad Vashem Annual Report 2013
Yad Vashem Annual Report 2013