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Yad Vashem Homepage Lichtflecke - Frau sein im Holocaust

Für andere sorgen

Stefania, 1927

Stefania, 1927

Postkarte von Stefania, die mit Hilfe des Roten Kreuzes an die Mitglieder von Ein Harod geschickt wurde, 1940

Postkarte von Stefania, die mit Hilfe des Roten Kreuzes an die Mitglieder von Ein Harod geschickt wurde, 1940

Dr. Korczak und  Stefania mit Knidern, 1923

Dr. Korczak und Stefania mit Knidern, 1923

Stefania und Freunde, Ein Harod, 1938

Stefania und Freunde, Ein Harod, 1938

Stefania Wilczynska

Dr. Korczak, seiner Stellvertreterin Stefania sowie dem gesamten Personal des Warschauer Waisenhauses, war angeboten worden, bei der Deportation der Kinder nicht mitzufahren. Aber sie lehnten ab und gingen gemeinsam mit den Kindern in die Gaskammern von Treblinka.

Stefania wurde 1886 in Polen geboren. Ihr Studium absolvierte sie an der Universität Liège in Belgien. 1909 lernte sie Dr. Janusz Korczak kennen und die beiden freundeten sich an. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Korczak in die Armee eingezogen. Stefania übernahm die Leitung des Waisenhauses, das mittlerweile auf 150 Kinder angewachsen war. 1935 besuchte sie das Land Israel, wo sie bis 1939 blieb und in Ein Harod lebte. Als die Nazis Polen besetzten, verschafften die Mitglieder von Ein Harod Stefania die Möglichkeit Polen zu verlassen. Sie lehnte ab und zog mit Dr. Korczak und den Kindern ins Ghetto. Am 6. August 1942 wurde der Befehl zur Deportation der Kinder erteilt. Stefania, Korczak und alle weiteren Mitarbeiter liefen mit 192 Waisenkindern zum Umschlagplatz. Stefania war für die Gruppe der 9-12 jährigen Kinder verantwortlich. Alle wurden ermordet.


Meine Liebe, uns geht es gut. Ich arbeite etwas im Waisenhaus, während Korczak sehr viel zu tun hat. Ich bin nicht gekommen, da ich nicht ohne die Kinder gehen wollte.

Deine,
Stefa
Datum 2.April 1940