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Yad Vashem Homepage Lichtflecke - Frau sein im Holocaust

Glaube

Dita KurschnerLivia Koralek
Hedy und Dita in einem Displaced Persons Camp, 1946

Hedy und Dita in einem Displaced Persons Camp, 1946

Handgeschriebene Abschrift von Gebeten, Dita

Handgeschriebene Abschrift von Gebeten, Dita

Dita Kurschner

Überzeugt, dass kein Jude den Holocaust überleben würde, war es Dita wichtig, jüdische Gebete aufzuschreiben. Da sie kein Hebräisch konnte, schrieb sie die Worte, so wie sie sie hörte, in lateinischen Buchstaben auf.

Dita wurde 1930 in Wien geboren. Ihre Familie floh 1939 nach Ungarn. Im April 1944 wurde die Familie zunächst ins Ghetto und von dort aus im Juni 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

In Auschwitz nahm sich Ditas Mutter Hedy der 15-jährigen Zsuzsana (Zsuzsi) Weber an, deren Familie ermordet wurde. Von Auschwitz wurden sie in das Außenlager  Gelsenkirchen und von dort ins Lager Sömmerda deportiert. Dort notierte Dita die Gebete, die sie von einer Frau namens Klari Kahna hörte, auf gestohlene Papier-Aufkleber von Munitionskisten.


Es gab da eine Frau, Klari Kahna. Sie betete Tag und Nacht. Ich lauschte ihren Gebeten und dachte, dass ich sie aufschreiben müsste für den Fall, dass, wenn wir sterben würden, bekannt wäre, dass hier mal Jüdinnen waren. Die ganze Nacht saß ich neben ihr und schrieb. Sie betete in biblischem Hebräisch und ich notierte alles in lateinischen Buchstaben.

Aus: Dita (Kurschner) Segals Zeugenaussage, 2006