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Yad Vashem Homepage Lichtflecke - Frau sein im Holocaust

Mutterschaft

Genia JudzkiCatharina Frank
Catharina und ihr Sohn Clarence, Lager Westerbork, Juni 1943

Catharina und ihr Sohn Clarence, Lager Westerbork, Juni 1943

Catharina in einer Aufführung vor dem Krieg

Catharina in einer Aufführung vor dem Krieg

Cartoon von Leo Kok im Lager Westerbork

Cartoon von Leo Kok im Lager Westerbork: eine Szene aus dem Stück „Humor und Melodie”, das im Lager aufgeführt wurde. Rechts: „Ich weiss, wie man keines kriegt (ein Baby).” Die dargestellte Figur ist Catharina

Catharina als Flamenco-Tänzerin, Ghetto Theresienstadt, 1944.  Charlotte Buresova

Catharina als Flamenco-Tänzerin,
Ghetto Theresienstadt, 1944
Charlotte Buresova

Porträt von Clarence als Baby, Ghetto Theresienstadt, 1944.  Charlotte Buresova

Porträt von Clarence als Baby,
Ghetto Theresienstadt, 1944
Charlotte Buresova

Catharina Frank

Catharinas Tanz in Westerbrok rettete ihr und ihrem Sohn das Leben.

Catharina wurde 1917 in Rotterdam als Kind einer wohlhabenden Familie geboren, die ihr Vermögen im Textilgewerbe erworben hatte. Sie selbst arbeitete als Krankenschwester im jüdischen Krankenhaus. 1942 heiratete sie Jacques Frank. Das Paar suchte in Amsterdam Unterschlupf, wurde jedoch entdeckt und nach Westerbork deportiert. Catharina war im sechsten Monat schwanger, als sie das Lager erreichte, und brachte Clarence im Mai 1943 zur Welt. Jacques sah seinen Sohn nur ein einziges Mal, dann wurde er nach Sobibór deportiert und dort umgebracht.

Catharina, die in jungen Jahren Tanzunterricht erhalten hatte, schloss sich der Unterhaltungsgruppe des Lagers an. Adolf Eichmann besuchte eine der Aufführungen und versprach ihr bei einer Selektion, sie und ihren Sohn nach Theresienstadt zu schicken, wo sie bis zum Ende des Kriegs bleiben könnten. Catharina und Clarence erreichten Theresienstadt im Frühling 1944.

Ein Kind im Ghetto war etwas ganz Ungewöhnliches. Die Leute drängten sich, um das niedliche Baby zu bestaunen. Bei den Vorbereitungen zu einem Besuch des Roten Kreuzes wurde Catharina von der Malerin Charlotte Buresova gebeten, Modell für eines ihrer Bilder zu stehen, das in einem Verwaltungsbüro des Ghettos aufgehängt werden sollte. Bei einem seiner Besuche in Theresienstadt sah Eichmann das Gemälde, erkannte Catharina wieder und veranlasste, dass sie und ihr Sohn ein Einzelzimmer und besondere Nahrungsmittel von deportierten Dänen erhielten.

Nach dem Krieg heiratete Catharina ein zweites Mal. Sie verstarb im Jahre 2003.