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Lichtschimmer

Jerzy Pozimski

Jerzy Pozimski, ein Pole, war einer der am längsten inhaftierten Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz. Man gab ihm Arbeit im Lager, was es ihm ermöglichte, sich zwischen den verschiedenen Teilen des Lagers frei zu bewegen, Kontakt zu den Häftlingen herzustellen und auf ihre Einteilung zu verschiedenen Arbeiten Einfluss zu nehmen. Pozimski nahm Verbindung auf mit einer Gruppe weiblicher Häftlinge, die in der Befehlsstelle des Lagers arbeitete und Zugang zu der Gefangenenkartei hatte. Auf ihre Bitte hin rettete er das Leben ihrer Verwandten oder Freunde, indem er diese zu anderen Arbeiten einteilte und ihnen von körperlich anstrengender Tätigkeit zu leichterer Arbeit in besser geschützter Umgebung verhalf.

Pozimski brachte den jüdischen Häftlingen Nahrung, Kleidung und Medikamente, die für ihr Überleben unerlässlich waren. Auf diese Weise rettete er einen Gefangenen namens Kleinhandler, der bereits lebensgefährlich krank war, und den sechzehnjährigen Jacob Maestro, der im März 1943 mit einem Transport aus Saloniki in Auschwitz ankam. Pozimski nahm Maestro unter seine Fittiche, setzte ihn als Assistenten und Dolmetscher ein und war durch ihn in der Lage, anderen Häftlingen zu helfen. Um jüdischen Häftlingen das Leben zu erleichtern, versuchte Pozimski, sie bei Bauarbeiten einzusetzen, wo auch polnische Arbeiter tätig waren, und ihnen damit den Tausch von lebenswichtigen Bedarfsgegenständen zu ermöglichen.

Die weiblichen jüdischen Häftlinge, die gemeinsam mit Pozimski den jüdischen Gefangenen halfen, bezeugten später, mit welchem Mut Pozimski gehandelt habe, um während der schrecklichen Zeit des Lagers Auschwitz Juden zu retten. Im Januar 1975 wurde Pozimski aus Anlass des 30. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz nach Israel eingeladen, wo er sich mit früheren Häftlingen, u.a. Jacob Maestro, traf.

Am 6. April 1989 wurde Jerzy Pozimsksi von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt.