Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Neues aus Yad Vashem



Erstes Abkommen zwischen Yad Vashem und Ständiger Kultusministerkonferenz unterzeichnet

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh (Sachsen-Anhalt), trägt sich nach dem Besuch des Kinderdenkmals in das Gästebuch von Yad Vashem ein.Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh (Sachsen-Anhalt), trägt sich nach dem Besuch des Kinderdenkmals in das Gästebuch von Yad Vashem ein.

Eine große und prominent besetzte Delegation der Kultusministerkonferenz besuchte am 22. Oktober 2013 Yad Vashem. Neben dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz, dem Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt Stephan Dorgerloh, nahmen Bildungsministerin Dr. Münch (Brandenburg), Wissenschaftsministerin Dr. Kunst (ebensfalls Brandenburg), Schulsenator Rabe (Hamburg), Staatsministerin Kurth (Sachsen) sowie die Staatssekretäre Dockter und Neuendorf aus Nordrhein-Westfalen, sowie der Generalsekretär der Kulutsministerkonferenz, Ministerialdirektor Michallik an der Reise teil.
Anlass der Auslandsreise war die geplante Unterzeichung eines gemeinsamen Abkommens zwischen der Kultusministerkonferenz Deutschland und Yad Vashem, das erste Abkommen, das auf dieser Ebene abgeschlossen wurde.
Im Anschluss an eine Führung durch Yad Vashems Museum zur Geschichte des Holocaust legte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Dorgerloh, im Beisein des deutschen Botschafters, S.E. Herr Andreas Michaelis und des Vorsitzenden des Yad Vashem Direktorats Avner Shalev sowie des Leiters der International School for Holocaust Studies, Dr. Eyal Kaminka, einen Kranz in der Halle der Erinnerung nieder.
Der zweite Programmteil dieses hochrangigen Besuchs fand in den Räumen der International School for Holocaust Studies statt. Nach einführenden Worten von Avner Shalev und Dr. Eyal Kaminka hatte der Desk für die deutschsprachigen Länder Gelegenheit, seine unterschiedlichen Arbeitsfelder vorzustellen.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich die Begegnung mit Dr. Ehud Loeb, der auf eindringliche, klare und einfühlsame Art und Weise die Geschichte seines Lebens zusammenfasste und auch darauf einging, wie er als erwachsene Person mit den Traumata der Vergangenheit umgeht. In diesem Zusammenhang erzählte er über seine Voluntärsarbeit bei Amcha, der israelischen Organisation zur Unterstützung von Holocaust-Überlebenden, sowie in Yad Vashem, wo er als Zeitzeuge bei Seminaren mitwirkt und Mitglied in einer der Kommissionen ist, die über die Anerkennung von Menschen als „Gerechte unter den Völkern“ entscheiden.

Nach der Unterzeichnung des gemeinsamen Abkommens im israelischen Erziehungsministerium am 24.10.2013.
Von links nach rechts: KMK-Präsident Stephan Dorgerloh, Israels Erziehungsminister Shai Piron, Yad Vashem Vorstandsvorsitzender Avner Shalev.Nach der Unterzeichnung des gemeinsamen Abkommens im israelischen Erziehungsministerium am 24.10.2013.
Von links nach rechts: KMK-Präsident Stephan Dorgerloh, Israels Erziehungsminister Shai Piron, Yad Vashem Vorstandsvorsitzender Avner Shalev.

Am folgenden Tag, dem 23.10.2013, wurde die Vereinbarung dann im israelischen Erziehungsministerium gemeinsam mit dem Erziehungsminister Shai Piron unterzeichnet.
Die KMK misst dieser Vereinbarung eine hohe Bedeutung zu, denn sie stellt – neben bereits bestehender Erklärungen zwischen einzelnen Ländern und Yad Vashem – das Fundament für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Kultusministerkonferenz bzw. allen 16 Ländern und Yad Vashem dar.
Schülerinnen und Schüler sowie Lehramtsstudierende sollen in allen Bundesländern über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa, sowie des Holocaust in einer altersangemessenen und wirksamen Weise unterrichtet werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Lehrerfortbildung, um eine solide Grundlage zur Vermittlung des Themas zu schaffen. In der Diskussionsrunde wurde allerdings auch erwogen, die Zielgruppe der Bildungsprogramme auszudehnen und den Hochschulbereich mit einzuschließen.
Im gegenseitigen Austausch der Experten wurde klar, wie wichtig der regelmäßige Austausch über die unterschiedlichen methodisch-didaktischen Ansätze in der Holocaustvermittlung, sowie in der Gedenkstättenpädagogik für die Arbeit in beiden Ländern, Deutschland und Israel, ist.
„Es bleibt unser tiefempfundenes Anliegen, das Andenken an die Shoa gerade auch bei jungen Menschen und künftigen Generationen zu bewahren, um sie dafür zu sensibilisieren, dass Menschenrechte, Toleranz und Demokratie Werte sind, die es täglich auf das Neue zu verteidigen gilt und die Denken und Handeln jedes Einzelnen prägen müssen“, unterstrich der KMK-Präsident.
„Die Geschichte des Holocaust muss in den deutschen Schulen weiter vertieft werden insbesondere vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die ein authentisches Bild vermitteln können. Sie wird damit zu einem selbstverständlichen Teil der Erinnerungskultur“, betonte Stephan Dorgerloh weiter. „Zugleich ist uns sehr daran gelegen, im Schulunterricht beider Länder ein zeitgemäßes Bild von der Politik, Gesellschaft, Religion und Kultur aufzuzeigen.“ Den Text der Erklärung finden Sie hier.

Jahresbericht über das Partnerschulprojekt „Partnerschule Yad Vashem/ICHEIC“

Wie bereits angekündigt, wurde im letzten Jahr ein neues Projekt am Desk für die deutschsprachigen Länder ins Leben gerufen. Das Projekt trägt den Titel Partnerschule Yad Vashem/ICHEIC und sieht eine Schulpartnerschaft zwischen einzelnen Schulen im deutschsprachigen Raum und der International School for Holocaust Studies vor. Der Jahresbericht (August 2012 bis August 2013) gibt einen detaillierten Einblick über das Partnerschulprojekt und fasst die bisher realisierte Zusammenarbeit zwischen Yad Vashem und den einzelnen Schulen zusammen. Zudem werden geplante Kooperationen und Projekte für 2014 angekündigt. Um zu dem Bericht zu gelangen klicken Sie bitte hier.

Aufsatz von Anna Stocker in „Literatur im Unterricht – Texte der Gegenwartsliteratur für die Schule“ erschienen

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Literatur im Unterricht – Texte der Gegenwartsliteratur für die Schule“, hat unsere Kollegin Anna Stocker einen Beitrag zum Thema altersgerechte Vermittlung des Holocaust veröffentlicht. Der Aufsatz mit dem Titel „Shoah – Altergerechter Unterricht für Kinder. Vorschläge der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem“ kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Aufsatz von Noa Mkayton im Sammelband „Der Beitrag von Schulen und Hochschulen zu Erinnerungskulturen”

In dem 2014 von Peter Gautschi und Barbara Sommer Häller herausgegebenen Band „Der Beitrag von Schulen und Hochschulen zu Erinnerungskulturen” (Wochenschauverlag Schwalbach/Ts.) erscheint u.a. ein Artikel von Noa Mkayton mit dem Titel „Der Holocaust in jüdischer Erinnerungskultur und Pädagogik - am Beispiel von Yad Vashem”.
Weitere Informationen zum Sammelband erhalten Sie auf der Website des Wochenschauverlages.

Die Lebensgeschichte von Ehud Loeb auf der deutschsprachigen Website von Yad Vashem

Auf der deutschsprachigen Website von Yad Vashem finden sich nun Informationen und Dokumente zur Lebensgeschichte von Ehud Loeb, die unter dem Titel „Im Versteck – die Geschichte einer Rettung“ von der International School for Holocaust Studies 2012 publiziert worden ist. Die Seite enthält eine Fülle an zusätzlichen Dokumenten, sowie Interviews und Fotos, die auch für den Unterricht verwendet werden können, so z.B. eine Zeichnung, die Ehud Loeb in einem seiner Verstecke im Kinderheim Chabannes in Frankreich gezeichnet hat und die erhalten geblieben ist. Die Website kann unter folgendem Link abgerufen werden:
http://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/our_collections/loeb.asp