Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

„Heute und in der Zukunft muss weitergemacht werden“

Rishon Le-Zion, Juni 2013


Judith Yerushalmi-TerrisJudith Yerushalmi-Terris

Meiner Meinung nach, muss ein Zeitzeuge seine Geschichte erzählen. Seine persönliche Meinung sollte nur zum Ausdruck kommen, wenn er danach gefragt wird, und natürlich hat da jeder seine eigenen Ansichten. Aber ich denke nicht, dass man in der Rolle als Zeitzeuge politische oder religiöse Ansichten äußern sollte. Mehr und mehr gibt es eine positive Entwicklung. Man kann ein steigendes Interesse am Thema Shoah und an den Geschichten der Überlebenden beobachten.

Andererseits gibt es aber auch mehr Antisemitismus, der sich als Widerstand gegen den Staat Israel tarnt.

Darum müssen wir weiterhin über die Shoah berichten und über die Shoah lernen. Wir dürfen nicht aufhören, Delegationen nach Israel zu bringen, insbesondere aus Europa, da besonders dort der Antisemitismus wieder stärker wird.

Erwähnt werden muss auch wie wichtig es ist, die Jugend hierher zu bringen, aber dass es genauso notwendig ist, auch einflussreiche Personen des öffentlichen Lebens anzusprechen. Ich habe zum Beispiel vor einer Gruppe von Richtern und Juristen aus Nordrhein Westfalen gesprochen. Nach meinem Zeugnis, haben sie sachliche und treffende Fragen gestellt und mein Gefühl war, dass ich sie erreichen konnte und dass wir auf einer Augenhöhe miteinander sprachen. Das muss das Ziel sein.

Wenn ich von meinen Erfahrungen ausgehe, sind die Zuhörer zu Beginn immer schockiert, dennoch muss man sie dazu ermutigen, Fragen zu stellen, denn nur so kommt eine Interaktion mit einer Gruppe zustande.

Heute und in der Zukunft muss weitergemacht werden, mit ganzer Kraft!

Judith Yerushalmi-Terris
Überlebende aus Transnistrien