Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

„Ich hoffe, dass jeder, der meine Bilder sieht und meine Gedichte liest, verstehen kann, was ich durchgemacht habe.“

Tel Aviv, Juni 2013


Ich heiße Hava Wolf.

Chava Wolf-Wijnitzer mit ihrem KunstwerkChava Wolf-Wijnitzer mit ihrem Kunstwerk

Ich bin Überlebende der Shoah und wurde in der Bukowina, Rumänien geboren. Ich überlebte das fürchterliche Leben im Ghetto in Transnistrien. Vier Jahre lang, in den wichtigsten Jahren im Leben eines Kindes, musste ich in diesem Lager bei 42 Grad unter dem Gefrierpunkt an Hunger und Kälte leiden und erkrankte an Typhus sowie an einer Lungenentzündung.

1947 emigrierte ich über Zypern nach Israel, als einsames Mädchen, ohne meine Eltern. In Israel erlebte ich einen weiteren Krieg. Zwar bin ich hier, aber immer auch noch dort.

Obwohl ich nun in Israel lebe, durchlebe ich jede Nacht schreckliche Träume. Für lange Zeit habe ich geschwiegen, versucht die Schmerzen und Träume zurückzuhalten, um eine Familie zu gründen und aufzubauen. Meine Familie ist mein größtes Glück.

Ich habe damit angefangen, unter Tränen Gedichte zu schreiben, im Gedenken an die Shoah. Und ich habe Bilder in grellen Farben gezeichnet, die über meine Kindheit und den Verlust der Lebensfreude erzählen. Ich hoffe, dass jeder, der meine Bilder sieht und meine Gedichte liest, verstehen kann, was ich durchgemacht habe.

Es ist ein Wunder, dass ich am Leben geblieben bin. Mit letzter Kraft half ich, ein Land aufzubauen, das dem verfolgten jüdischen Volk gehört. Die Jugend soll wissen und verstehen, wie wichtig ein jüdischer Staat ist. Dieser Staat ist für uns und für mich persönlich von besonderer Bedeutung.

Hava Wolf

Einen Unterrichtsentwurf zum Leben Hava Wolfs und ihren Zeichnungen finden Sie hier.