Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Neues aus Yad Vashem



„Reading Together“ – Ein gemeinsames Lese- und Lernprojekt mit einer deutschen und einer israelischen Schulklasse über Internet

Von Dr. Noa Mkayton

Naftali Fürst während der Videokonferenz in Yad Vashem Naftali Fürst während der Videokonferenz in Yad Vashem

An der International School for Holocaust Studies wurde ein Projekt entwickelt, das die Begegnung deutscher und israelischer Jugendlicher über Internet ermöglicht und sie in eine gemeinsame Lernerfahrung zum Thema Holocaust einbindet. Durch den bilateralen Rahmen werden Schülerinnen und Schüler beider Länder dazu angeregt, ihre eigene Perspektive auf den Holocaust bewusst wahrzunehmen und mit der Perspektive der jeweils anderen Seite zu vergleichen. Darüber hinaus erhalten die Jugendlichen die Chance, in einen direkten Austausch mit israelischen bzw. deutschen Gleichaltrigen zu treten und so eine Offenheit gegenüber anderen Zugängen zu entwickeln und eventuelle Stereotype zu hinterfragen.
Das Projekt läuft über eine geschlossene Internetplattform (moodle), über die die Jugendlichen in einem ersten Schritt dazu aufgefordert werden, ihren eigenen Hintergrund mit Hilfe von nicht-biographischen Fotos und Texten vorzustellen. Durch den Ausschluss von privatem Fotomaterial werden die Schülerinnen und Schüler dazu gezwungen, von ihrer Persönlichkeit und ihrem eigenen Hintergrund zu abstrahieren und den weiteren Kontext mit einzubeziehen.
In der folgenden Lernphase setzen sich die Jugendlichen, die das gesamte Projekt über durch das Forum kommunizieren können, mit der Lebensgeschichte und den persönlichen Erfahrungen eines Überlebenden auseinander. Hier wurde die Geschichte von Naftali Fürst, einem Überlebenden aus der Slowakei gewählt, der seine Memoiren auf drei Sprachen (deutsch, englisch, hebräisch) ins Internet gestellt hat.
Zusätzliches Material, das von den begleitenden Pädagogen erarbeitet wurde, vertieft die historischen Aspekte und hilft, die individuelle Narration Fürsts in einen breiten historischen Kontext einzubetten.
Höhepunkt des Projekts ist die darauf folgende Videokonferenz, bei der die israelischen und deutschen Jugendlichen mit dem Überlebenden kommunizieren können. Gleichzeitig ist dies die erste Gelegenheit, dass die Studierenden sich untereinander „live“ auf dem Bildschirm der Konferenzschaltung sehen.
Nach diesem Gespräch werden die Jugendlichen dazu aufgefordert, sich mit ihrer eigenen Wahrnehmung des bisher Gelernten auseinanderzusetzen und diese in einer abschließenden Projektphase mit einem israelischen bzw. deutschen Jugendlichen zu diskutieren.
Das Pilotprojekt läuft in diesen Wochen mit dem Katharinengymnasium Ingolstadt (Bayern) und dem Realitgymnasium Rishon LeZion, Israel.
Dr. Matthias Schickel, einer der aktivsten Kollegen unseres Netzwerks im deutschsprachigen Raum, schätzt die „anregende und herausfordernde Atmosphäre, in der unsere Schüler und Schülerinnen sich mit der Geschichte auseinandersetzen.“ Die Begegnung mit dem Zeitzeugen Naftali Fürst sei zudem eine „einmalige und durch keine anderen Medien ersetzbare Erfahrung, die unsere Jugendlichen über Jahre hinaus prägen wird.“
„Während der Videokonferenz überkam mich ein Gefühl der Scham für unser Land“, so erzählt eine Projektteilnehmerin aus Ingolstadt. „Aber Jugendliche sind Jugendliche, und Herkunft, Hintergrund, Sprache oder Glaube sind hier erstmal nicht entscheidend. Ich denke, es ist wichtig, das zu verstehen und zu erkennen, dass im tiefsten Inneren alle Menschen gleich sind.“
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unser Team.

Videokonferenz in Yad Vashem mit dem Überlebenden Pessah Anderman

Der Überlebende Pessah Anderman erzählt von seinem Leben Der Überlebende Pessah Anderman erzählt von seinem Leben

Am 24. Januar 2012 fand eine Videokonferenz mit dem Überlebenden Pessah Anderman aus Tel Aviv und 120 Schülerinnen und Schüler aus Schulen in Gernrode, Halle, Dardesheim, Calbe, Nachterstedt, Magdeburg und Wolmirstedt statt.
Die Videokonferenz wurde von der Landeszentrale für politische Bildung und Yad Vashem organisiert und fand auf der deutschen Seite im MDR statt.
Moderiert wurde die Videokonferenz im MDR von Kultusminister Stephan Dorgerloh und in Yad Vashem von Anna Stocker. Auf israelischer Seite war zudem noch der Abgeordnete Isaac Herzog anwesend.
Sein Vater Chaim Herzog war als britischer Soldat an der Befreiung von Bergen-Belsen beteiligt gewesen. Isaac Herzog engagiert sich selbst auch in Projekten gegen Antisemitismus.
Die Videokonferenz bestand aus vielen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler Pessah Anderman gestellt haben.
Pessah Anderman erzählte unter anderem, wie er den Holocaust überlebt hat und über sein Leben in Israel danach.
Er ist 1929 in Buczacz, in der heutigen Ukraine geboren und hat die Shoah und das Leben im Versteck und im Ghetto mit Hilfe von vier Frauen und viel Glück überlebt. Erst nach 60 Jahren fing er an über seine Erfahrugen zu sprechen und hat eine Autobiographie mit dem Titel „Der Wille zum Leben“ geschrieben.

Weitere Informationen zur Videokonferenz können hier abgerufen werden:
Artikel in der Zeitung Volksstimme
Kleine Zusammenfassung der Videokonferenz im Radio

Die Erinnerung muss wach gehalten werden

Internationale Posterausstellung während des Paul Spiegel Filmfestivals in Düsseldorf zu sehen

Eröffnung der internationalen Posterausstellung während des Paul Spiegel Filmfestivals in Düsseldorf Eröffnung der internationalen Posterausstellung während des Paul Spiegel Filmfestivals in Düsseldorf

Im Rahmen des von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf veranstalteten Paul Spiegel Filmfestivals war am 25. Januar 2012 im Foyer des Düsseldorfer Filmmuseums die Ausstellung „Keeping the Memory Alive“ zu sehen.
16 Plakate von jungen europäischen und israelischen Künstlern, die sich künstlerisch mit der Erinnerung an den Holocaust auseinandersetzten, konnten dank der Unterstützung des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland präsentiert werden.
Die Plakate waren aus 300 Einreichungen eines unter der Schirmherrschaft der „Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research“ veranstalteten Wettbewerbs ausgewählt worden. Ausgelobt hatten den Wettbewerb die Gedenkstätten Yad Vashem, das Mémorial de la Shoah in Frankreich und das European Shoah Legacy Institute aus Tschechien. Beteiligt waren Grafiker, Designer und Künstler aus den drei beteiligten Ländern.
Die Ausstellung wurde international im Rahmen der Feierlichkeiten zum 27. Januar in den Vereinten Nationen in New York eröffnet. Bereits zwei Tage zuvor konnten die rund 70 Gäste des Paul Spiegel Filmfestivals die Plakate in Augenschein nehmen.
Mit großem Interesse verfolgten sie die Eröffnungsansprache von Deborah Hartmann, pädagogische Mitarbeiterin der International School for Holocaust Studies Yad Vashem, die selbst Mitglied der Auswahljury gewesen ist. Deborah Hartmann erläuterte die Herausforderungen, vor der die Erinnerung an die Shoah im 21. Jahrhundert steht und erklärte verschiedene künstlerische Ansätze der beteiligten Grafiker.

Die Ausstellung kann über die Geschäftsstelle des Freundeskreises Yad Vashem in Berlin ausgeliehen und gezeigt werden. Die sichtlich beeindruckten Besucher in Düsseldorf hatten im Anschluss an die Ausstellungseröffnung die Gelegenheit an der Vorführung des deutschen Spielfilms „Wunderkinder“ im Kino Black Box teilzunehmen. Der mit dem Avner Shalev Yad Vashem Chairman’s Award ausgezeichnete Film über jüdische Kinder in der Ukraine während des Zweiten Weltkrieges wurde von Deborah Hartmann eingeführt.
Anwesend bei der Vorführung waren auch der Regisseur des Films Marcus O. Rosenmüller und die Produzentin Alice Brauner. Beide stellten sich im Anschluss den interessierten Fragen des Publikums. Mitproduzent Artur Brauner gehört zu den langjährigen Förderern des Visual Centers in Yad Vashem.
Weitere Informationen können unter folgendem Link abgerufen werden.

Feierliche Eröffnung des neuen Schulflügels in Yad VashemFeierliche Eröffnung des neuen Schulflügels in Yad Vashem

Eröffnung des neuen Schulflügels der International School for Holocaust Studies

Unter Beisein aller Spenderinnen und Spender konnte am 30. Januar 2012 der Neubau des Schulgebäudes in Yad Vashem eröffnet werden.
In einigen Monaten werden die Kollegen und Kolleginnen des European Departments die neuen Büroräume beziehen und die Seminarräume in Betrieb nehmen.

Neue Unterrichtseinheit: „Der Bildhauer Deutschlands“ - Propaganda und die Bildenden Künste im Dritten Reich

Diese neue Unterrichtseinheit, für Schüler und Schülerinnen der 9-12 Jahrgangsstufe thematisiert die Rolle der Bildenden Künste für die NS-Propaganda.
Sie eröffnet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigenständig zu untersuchen, wie sich das NS-Regime Kunstwerke und Bilder für Propagandazwecke zunutze machte.
Die Einheit kann unter folgendem Link abgerufen werden.