Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)
E-Newsletter für die deutschsprachigen Länder
Der Eichmann-Prozess Revisited
Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe des deutschsprachigen e-Newsletters von Yad Vashem.
In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Eichmann-Prozess, der vor genau 50 Jahren in Jerusalem stattgefunden hat.
Nicht nur in Israel erregte der Prozess gegen Adolf Eichmann Aufsehen, vielmehr zeigte die gesamte Weltöffentlichkeit Interesse an den Geschehnissen im Jerusalemer Gerichtssaal. Bis heute scheint dieses Interesse ungebrochen zu sein. In zahlreichen Publikationen, Ausstellungen und Tagungen wird in diesem Jahr der Prozess gegen Eichmann erneut zum Thema der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gemacht. Mehr...
„Wir wollten unserer Jugend zeigen, dass es keinen Grund gab sich zu schämen“
Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem.
Beim Eichmann-Prozess in Jerusalem, vor 50 Jahren, war Gabriel Bach einer der anklagenden Staatsanwälte. Zudem war er maßgeblich an der Vorbereitung des Prozesses beteiligt. Gabriel Bach wurde 1927 in Halberstadt geboren und ist in Berlin aufgewachsen, wo er die Theodor-Herzl-Schule besuchte. 1938 floh er mit seiner Familie in die Niederlande. Von dort gelang es ihm 1940 in das britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Er wird häufig als Zeitzeuge eingeladen, gibt Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen und ist nach wie vor ein geschätzter internationaler Experte für NS-Kriegsverbrecherprozesse. Im Gespräch erinnert er sich an die Vorbereitungen des Prozesses, den Angeklagten Eichmann und seine Besuche in Deutschland.
Zum Umgang der nordrhein-westfälischen Justiz mit der nationalsozialistischen Vergangenheit
Mit der Dokumentations- und Forschungsstelle „Justiz und Nationalsozialismus“ hat das Land Nordrhein-Westfalen eine einzigartige Einrichtung geschaffen, die es sich seit mehr als zwanzig Jahren zur Aufgabe gemacht hat, jungen JustizmitarbeiterInnen die Verfolgungsgeschichte der nationalsozialistischen Zeit zu vermitteln. Dr. Maik Wogersien nimmt dies in seinem Artikel zum Ausgangspunkt, um die lange Zeit stockenden, oft schwierigen und noch unsere heutige Gegenwart herausfordernde Aufarbeitung der deutschen Justizgeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus nachzuzeichnen. Mehr...
Praxisbeispiel aus der Bildungspartnerschaft ISHS Yad Vashem mit Münster
Als Beispiel aus der Praxis stellt Ulrike Schneider-Müller in ihrem Artikel die Auseinandersetzung mit Täterhandeln im Rahmen eines filmischen Portraits des Gedenkstättenseminars „Aus der Geschichte lernen“ vor. Das Filmprojekt ermöglichte in der praktischen inhaltlichen Arbeit, dem Umgang mit Quellenmaterial und der pädagogischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einen schülergerechten Zugang zur Geschichte. Mehr...
Buchbesprechungen
Nachrichten aus den deutschsprachigen Ländern
In dieser Rubrik berichten wir über Aktivitäten unserer Partner in den deutschsprachigen Ländern, Projekt- und Studientage, Fortbildungen, Vernetzungen und aktuelle Entwicklungen.
Hilde Sherman (1923–2011)
Hilde Sherman, Überlebende aus Deutschland, ausgewandert nach Kolumbien, wo sie sich nach dem Krieg niederließ. In späteren Jahren kam sie nach Israel. Hier, in Jerusalem, ist Hilde Sherman, geboren als Hilde Zander im Jahr 1923 in Mönchengladbach, vor wenigen Wochen im Alter von 88 Jahren gestorben. Mehr...
Mit freundlicher Unterstützung der Erste Bank
Adolf Eichmann vor Gericht: Hintergründe zum Prozess in Jerusalem
Zwischen dem 11. April und 15. Dezember 1961 fand vor dem Jerusalemer Bezirksgericht der Prozess gegen Adolf Eichmann statt, der als Leiter des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) im Dienste der Gestapo und der SS letztendlich verantwortlich für die Deportation von mehr als 1,5 Millionen Juden und Jüdinnen aus ganz Europa in die Vernichtungszentren in Polen und der Sowjetunion war. Eichmanns Funktion bei der Durchführung der sogenannten Endlösung, sowie die Details für den abscheulichen Plan das europäische Judentum vollständig zu vernichten, waren bis zum Prozess, fünfzehn Jahre nach Ende des Holocaust, noch kaum bekannt. Yael Weinstock Mashbaum stellt die Hintergründe des Prozessgeschehens vor, in dem zum ersten Mal der Holocaust an den europäischen Juden zum Zentrum der Auseinandersetzung über den Zweiten Weltkrieg wurde und der die Art, wie der Holocaust heute diskutiert und erinnert wird, veränderte. Mehr...
Medienfigur Eichmann
Zahlreiche Filme über die Shoah und die Nachgeschichte des Holocaust lassen Adolf Eichmann als Medienfigur auftreten. Tobias Ebbrecht untersucht in seinem Artikel diese mediale Präsenz Eichmanns und nimmt dabei insbesondere den Umgang mit historischen Quellen, wie die Gespräche, die Eichmann in Argentinien mit dem ehemaligen SS-Mann Willem Sassen führte oder das Verhörprotokoll des israelischen Polizeioffiziers Avner Less, in den Blick. Er analysiert die Inszenierung dieser Dokumente in den Dokudramen „Eichmanns Ende”, „Eichmann” und „Das Protokoll” und kontextualisiert dabei gleichzeitig die Quellen. Damit skizziert er auch die Möglichkeit des Umgangs mit diesen Filmen im Unterricht. Mehr...
Täterforschung als Herausforderung für die historisch-politische Bildung
Konzeptionelle und methodische Überlegungen zur pädagogischen Arbeit mit Täterbiographien.
Seit dem Prozess gegen Eichmann und dem Todesurteil in Jerusalem, seit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen und weiteren spektakulären Strafverfahren, vor allem aber auch seit den Medien- und Ausstellungsereignissen späterer Jahrzehnte oder den großen Kontroversen, die sich durchaus fruchtbar in der Geschichtswissenschaft vollzogen, hat die Frage nach NS-Täterschaft eine besondere Breite, Relevanz und damit auch Brisanz bekommen. Diese Fragen nach den NS-Tätern haben an sehr unterschiedlichen Erinnerungsorten museale Inszenierungen, Metaphern oder Macharten von Ausstellungselementen hervorgebracht, die neue Herausforderungen an die historisch-politische Bildungsarbeit stellen. Stefan Querl stellt in seinem Artikel in Auseinandersetzung mit Erkenntnissen der Täterforschung Prämissen einer pädagogischen Arbeit mit Täterbiographien am Beispiel der Villa ten Hompel in Münster vor. Mehr...
Neues aus Yad Vashem
In dieser Rubrik finden Sie Informationen über aktuelle Projekte der Gedenkstätte Yad Vashem, neue Angebote und Materialien sowie jüngste Entwicklungen in der International School for Holocaust Studies.
Termine
Hier finden Sie aktuelle Termine von Aktivitäten in den deutschsprachigen Ländern, Fortbildungen, Tagungen und Studientagen in den nächsten Monaten.
Impressum
Inhalt und Schlussredaktion: Deborah Hartmann
Textredigierung: Dr. Noa Mkayton, Anna Stocker, Clara Mansfeld, Anika Thalmann
Design und Produktion: Stephanie Amara, Eviatar Biton, Jeremy Zauder
Kontakt: germany.education@yadvashem.org.il




