Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Nachrichten aus den deutschsprachigen Ländern



Workshop zum Thema Todesmärsche beim Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen

Vom 4. bis 7. Oktober 2010 veranstaltete der Internationale Suchdienst des Roten Kreuzes in Bad Arolsen einen Historiker-Workshop mit 13 Teilnehmern aus fünf Ländern zum Thema Todesmärsche aus Konzentrationslagern. Der deutschsprachige Desk wurde durch Deborah Hartmann vertreten. Den Wissenschaftlern standen die Dokumente des hauseigenen Archivs, darunter auch noch unveröffentlichtes Kartenmaterial, zur Verfügung. „Auf den beim Suchdienst damals erstellten Landkarten zu den Todesmärschen wurden teilweise genaue Ortsangaben, Zahlen von Betroffenen und Grablagen verzeichnet, die der Forschung und insbesondere den Gedenkstätten noch nicht in allen Details bekannt sein dürften“, so die Leiterin der Abteilung Forschung Dr. Susanne Urban. Der Historiker-Workshop war der Auftakt zu einer tiefer gehenden Auseinandersetzung mit den Dokumenten. Dazu soll es auch eine Kooperation mit der Gedenkstätte Yad Vashem geben, um eine Unterrichtseinheit zum Thema Todesmärsche auszuarbeiten. Weitere Informationen zum Internationalen Suchdienst unter: www.its-arolsen.org.

Landesweiter Studientag in Düsseldorf

Studientag in Düsseldorf im November 2010Studientag in Düsseldorf im November 2010

Am 10. November des vergangenen Jahres trafen sich im Düsseldorfer Görres-Gymnasium rund 150 Lehrerinnen und Lehrer, sowie Staatsanwälte, Richter und Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, die in den vergangenen Jahren Fortbildungen in der International School for Holocaust Studies Yad Vashem in Jerusalem besucht hatten. Begrüßt wurden die Teilnehmenden vom Koordinator des landesweiten Fortbildungsprojektes „Erziehung nach Auschwitz“, Theo Schwedmann. In mehreren Workshops gab es dann die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Projekte zu diskutieren und neue Materialien und Methoden kennenzulernen. Unter anderem stellte die pädagogische Mitarbeiterin von Yad Vashem Deborah Hartmann eine neue Postkartenserie vor, auf Entwürfen von jungen israelischen Grafikern basierend, die in Zusammenarbeit mit Yad Vashem entstanden sind.

Studientag in Düsseldorf im November 2010Studientag in Düsseldorf im November 2010

Der Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht präsentierte den Film „Dir in Liebe Gedenken – Die Geschichte des Ovadja Baruch“ aus der DVD-Reihe „Witnesses and Education“. Zum Abschluss thematisierte der Stuttgarter Historiker Dr. Martin Cüppers von der NS-Forschungsstelle Ludwigsburg die Auswirkungen des Holocaust auf die Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina. Zuvor waren die Teilnehmenden vom Generaldirektor Yad Vashems Natan Eitan, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Nordrhein Westfalens Dr. Jürgen Rüttgers, dem Vertreter des Landesbildungsministeriums Dr. Ulrich Heinemann und der Vorsitzenden des Freundeskreises Yad Vashem Hildegard Müller begrüßt worden. Die Redner forderten die Zuhörer auf, auch weiterhin die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Hildegard Müller mahnte dabei auch die Bekämpfung des Antisemitismus als wichtige Aufgabe an.


Netzwerktreffen in Mecklenburg-Vorpommern

Netzwerktreffen in Mecklenburg-VorpommernNetzwerktreffen in Mecklenburg-Vorpommern

Auf einem zweitägigen Netzwerktreffen haben sich am 11. Und 12. November des vergangenen Jahres rund sechzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer der seit 2007 in Kooperation zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und Yad Vashem stattfindenden Fortbildungen in Israel getroffen, um sich über pädagogische Ansätze und die Möglichkeit einer stärkeren Vernetzung in ihrem Bundesland auszutauschen. In Anwesenheit des Landesbildungsministers Henry Tesch präsentierten ehemalige Teilnehmer herausragende Projekte und diskutierten die Gründung eines landesweiten Netzwerks. Mit Unterstützung des Bildungsministeriums soll eine geeignete Internetplattform entstehen, über die sich Arbeitsgruppen und Regionalgruppen austauschen und Projekte koordinieren können. Zuvor hatten die Teilnehmenden des Netzwerktreffens sich in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Projekten beschäftigt. Unter anderem wurde ein Projekt der Schweriner Universität über verfemte Musik vorgestellt. Die pädagogischen Mitarbeiter von Yad Vashem, Deborah Hartmann und Tobias Ebbrecht, präsentierten neue Materialien. In Vorträgen beschäftigten sich außerdem der pädagogische Leiter der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück Dr. Matthias Heyl und die Mitarbeiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung Dr. Heike Radvan mit Ansätzen und Materialien zum Lernen über Holocaust und Antisemitismus.


Filmsymposium der Düsseldorfer Polizei

In Zusammenarbeit mit dem Verein Geschichte am Jürgensplatz und der Jüdischen Gemeinde zu Düsseldorf lud am 28. November 2010 die Düsseldorfer Polizei zu einem Symposium in die Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde. Gekommen waren fast 50 Besucherinnen und Besucher, Gemeindemitglieder, Lehrerinnen und Lehrer und Beamte der Düsseldorfer Polizei. Einige von ihnen hatten in den vergangenen Jahren mit dem Düsseldorfer Polizeibeamten Klaus Dönecke bereits die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel besucht. Neben Vertretern der jüdischen Gemeinde und der Polizei Düsseldorf begrüßte Dönecke auch die Teilnehmer des Symposiums und erinnerte an die fortgesetzte Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Filme, die die Lebenswege von Malka Rosenthal und Josef Neuhaus, beide Überlebende des Holocaust, dokumentierten. Die Filme waren an der International School for Holocaust Studies Yad Vashem in Zusammenarbeit mit der Hebrew University Jerusalem entstanden. Sie begleiten die Zeugen der Shoah an die Orte ihrer Kindheit, der Verfolgung und ihres Leidens bis hin zu ihrer Emigration nach Palästina bzw. Israel. Sichtlich bewegt diskutierten die Teilnehmer im Anschluss mit dem Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht, der die eindrücklichen Filme um Ausschnitte aus dem epochalen Dokumentarfilm „Shoah“ von Claude Lanzmann und der Dokumentation „Der Prozess“ von Eberhard Fechner über den Düsseldorfer Majdanek-Prozess ergänzte. Ebbrecht betonte dabei auch die zukünftige Bedeutung der „Zeugen der Shoah“ für die fortdauernde Erinnerung an den Holocaust.


Polizeikommissar Klaus Dönecke mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht Klaus Dönecke das Bundesverdienstkreuz (Quelle: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen)Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht Klaus Dönecke das Bundesverdienstkreuz (Quelle: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen)

Aus den Händen der amtierenden Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erhielt der Düsseldorfer Polizeikommissar Klaus Dönecke im Dezember des vergangenen Jahres den vom Bundespräsidenten verliehenen Bundesverdientsorden. Dönecke wurde damit für seine langjährigen Verdienste um die Aufarbeitung der Polizeigeschichte in Düsseldorf geehrt. Besondere Aufmerksamkeit lag dabei für ihn immer auf der Beschäftigung mit der Geschichte der Polizei während des Nationalsozialismus. Neben einer ständigen Ausstellung in den Räumlichkeiten der Düsseldorfer Polizei sind daraus auch zahlreiche Seminare und Exkursionen an Gedenkstätten in ganz Europa entstanden, die Dönecke für seine Kollegen organisiert hat. Mehrfach hat er bereits Reisen in Zusammenarbeit mit der International School for Holocaust Studies nach Yad Vashem und Israel organisiert. 2009 hatte er dort zusammen mit Düsseldorfer Polizeibeamten in einer feierlichen Zeremonie der jüdischen Opfer der Shoah gedacht. Die International School for Holocaust Studies gratuliert Klaus Dönecke zu dieser Ehrung und dankt ihm für sein Engagement.


ICHEIC (The International Commission on Holocaust Era Insurance Claims) Förderung für Herbert Brettl

Der Kollege Herbert Brettl aus Österreich hat für sein Publikationsprojekt „Nationalsozialismus im Burgenland“ einen Druckkostenzuschuss aus dem ICHEIC Fund erhalten. Das Buch bildet Band 1 der im Aufbau befindlichen Serie „Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern“, die vom StudienVerlag vorgelegt wird. Die Bücher sind in einfacher, schülerfreundlicher Sprache verfasst und dazu geeignet, das Interesse der Lesenden für die Geschichte ihrer jeweiligen Region zu wecken. Herzlichen Glückwunsch!


Studientag im Shalom Europa Center in Würzburg

Studientag im März 2011 im Schalom Europa Center der jüdischen Gemeinde in WürzburgStudientag im März 2011 im Schalom Europa Center der jüdischen Gemeinde in Würzburg

In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Yad Vashem haben Rita und Hans Scholz, langjährige Koordinatoren von Fortbildungsreisen nach Israel, Anfang Februar 2011 den zweiten Yad Vashem Studientag für Lehrerinnen und Lehrer aus Süddeutschland angeboten. Gastgeber war dieses Mal das jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum Shalom Europa in Würzburg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden vom Gemeindevorsitzenden Dr. Josef Schuster begrüßt, bevor sie in einer Führung den beeindruckenden Bau und das angeschlossene jüdische Museum erkunden konnten. In einem Workshop mit Tobias Ebbrecht setzten sie sich dann mit filmischen Zeugnissen der Shoah auseinander bevor ein ökumenischer Gottesdienst den Studientag abschloss.


Lehrerfortbildung in Liechtenstein

Ende Februar 2011 präsentierten Deborah Hartmann und Tobias Ebbrecht von der International School for Holocaust Studies interessierten Lehrerinnen und Lehrern aus dem Fürstentum Liechtenstein die pädagogischen Ansätze von Yad Vashem. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer dieser Fortbildung Materialien und Quellen für den Einsatz im Unterricht.


Yad Vashem bei den jüdischen Kulturtagen in Lübeck

Vom 5. bis 12. März veranstalteten die Stadt, die jüdische Gemeinde, Kirchen und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. die ersten jüdischen Kulturtage in der Hansestadt. Unter anderem waren die Ausstellung Pöppendorf statt Palästina über das jüdische Flüchtlingsschiff „Exodus“ von Abiturienten der Geschwister-Prenski-Schule und eine Ausstellung mit Werken Marc Chagalls im Kulturforum Burgkloster zu sehen. Im Rahmen der Kulturtage stellten Deborah Hartmann und Tobias Ebbrecht an der Geschwister Prenski-Schule, dem Katharineum und der Thomas Mann-Schule auch die pädagogische Arbeit von Yad Vashem interessierten Schülerinnen und Schülern vor.


Yad Vashem Lectures in der Villa ten Hompel

Der Münsteraner Geschichtsort Villa ten Hompel bietet seit November vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster, Yad Vashem und dem Verein Gegen Vergessen, für Demokratie e.V. eine Fortbildungsreihe an. Unter anderem wurden in diesem Rahmen von Tobias Ebbrecht Fortbildungen zum Umgang mit Bildern und Filmen über die Shoah im Unterricht angeboten. Alle weiteren Veranstaltungen können Sie unter dem Punkt Termine einsehen.