Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Interviews

Hier finden Sie eine Auswahl von Interviews mit Überlebenden und Experten der Holocaust Bildung.


„Es war das erste Mal, dass Holocaustüberlebende über ihre Erfahrungen in der Öffentlichkeit sprachen – und ihnen zugehört wurde.“

Interview mit dem Kommunikationswissenschaftler Amit Pinchevski
Herr Pinchevski, wenn es um die Bedeutung der Shoah in der israelischen Gesellschaft geht, fällt oft der Begriff „kollektives“ bzw. „kulturelles Trauma“. Können Sie dieses Konzept näher beschreiben? Was bedeutet es für die israelische Gesellschaft?



„Die Geschichte deiner Mutter ist nicht deine eigene.“

Interview mit dem Journalisten Claudio Della Seta
Die israelischen Filmemacherinnen Yael Reuveny (Schnee von gestern) und Esti Amrami (Anderswo) leben seit fast zehn Jahren in Berlin. Im Interview mit Deborah Hartmann und Tobias Ebbrecht-Hartmann sprechen sie über ihr Verhältnis zu Deutschland und Israel. Sie setzen sich mit Aspekten der eigenen Identität auseinander und erläutern in welchem Verhältnis sie zur jüdischen Diaspora in Europa stehen. Sie sprechen außerdem über ihre Filme und ihre Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus der Perspektive der dritten Generation.

„Wir müssen so viele Informationen sammeln wie nur möglich“

Interview mit dem Journalisten Claudio Della Seta
Am 27. Januar 2015 wurden im Rahmen des Internationalen Holocaust Gedenktages einzigartige Filmaufnahmen italienisch jüdischer Familien vor dem Holocaust gezeigt. Die Filmaufnahmen befinden sich im Besitz von Claudio Della Setta, der in Kooperation mit dem italienischen Zentralinstitut zur Restaurierung und Konservierung des Kulturerbes, die Aufnahmen restauriert und digitalisiert hat. Es handelt sich unter anderem die Hochzeit seiner Großeltern in Italien 1923 sowie Naturaufnahmen und Ausschnitte aus dem Alltagsleben italienischer Juden. Im Interview mit Yad Vashem erzählt Claudio Della Seta vom Inhalt und der Besonderheit der Aufnahmen.

Interview mit Eldad Beck

„Ich wünsche mir, dass es öfter passieren würde, dass sich junge Israelis, die nach Deutschland kommen, mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen“

Interview mit Eldad Beck
Eldad Beck ist Deutschlandkorrespondent der israelischen Tageszeitung Yedioth Achronot. 2014 ist sein Buch Deutschland, anders auf Hebräisch erschienen. In seinem Buch setzt er sich mit der Frage auseinander, was sich in den fünfzig Jahren, seit Etablierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, tatsächlich in Deutschland verändert hat. Im Interview mit Yad Vashem spricht er über seine Erfahrungen in Deutschland, den Umgang mit Nationalsozialismus, aber auch dem Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis.

„Es bedarf einer emotionalen Bereitschaft, aber auch einer historischen Kenntnis, um die elterlichen Geschichten in den historischen Kontext einordnen und bewerten zu können.“

Interview mit der Zeithistorikerin Margit Reiter
Margit Reiter lehrt und forscht am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Ihr 2006 erschienenes Buch „Die Generation danach“ war die erste umfassende Studie über die Tradierung des Nationalsozialismus in österreichischen Familien und den Umgang der „Kinder der Täter“ mit ihrer belasteten Familiengeschichte. Im Interview mit Birte Hewera spricht Margit Reiter über die unterschiedliche vergangenheitspolitische Situation der Familiennarrative im Vergleich zu Deutschland und erläutert, welche gesellschaftspolitischen und kulturellen Ereignisse für die österreichische Gesellschaft Irritationsmomente darstellten. Im Interview geht Reiter außerdem auf die besondere Situation der dritten und vierten Generation ein und erörtert die positiven und negativen Auswirkungen aufgrund der zeitlichen Distanz zum Nationalsozialismus.

Interview mit der Filmemacherin Julia von Heinz

„Man kann es niemandem Recht machen, wenn es um Israel geht, aber das ist auch überhaupt nicht mein Wunsch oder Ansatz.“

Interview mit der Filmemacherin Julia von Heinz
2014 kam Hannas Reise in Deutschland, Österreich und Israel ins Kino, nachdem der Film auf zahlreichen internationalen, vor allem jüdischen Filmfestivals gezeigt wurde. Im Interview mit Deborah Hartmann spricht Julia von Heinz über den unterschiedlichen Umgang der Generationen mit dem Thema Holocaust. Hannas Reise zeigt, wie die Shoah bis in die dritte Generation hinein Menschen in Deutschland und Israel prägt. Die Filmemacherin äußert sich in dem Interview dabei auch zur Rezeption des Films.



Interview mit Ahmad Mansour

„Politik und Pädagogik waren bisher nicht in der Lage, das Problem richtig zu verstehen oder pädagogische Konzepte zu entwickeln, um diese Gruppen zu erreichen.“

Interview mit Ahmad Mansour
Ahmad Mansour (38) stammt aus Israel und ist in der arabischen Stadt Tira aufgewachsen. Sein Studium der Psychologie, Philosophie und Soziologie hat er an der Universität Tel Aviv absolviert. Seit über zehn Jahren lebt und arbeitet Ahmed Mansour in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für demokratische Kultur arbeitet der gefragte Referent im Rahmen verschiedener Sozialprojekte gegen Radikalismus mit muslimischen Jugendlichen und Erwachsenen zusammen. Im Gespräch berichtet Mansour von seinen Erfahrungen mit muslimischem Antisemitismus und die Schwierigkeiten über den Holocaust in muslimischen Communities zu sprechen. Er thematisiert dabei die unzulänglichen pädagogischen Zugänge und die Unsicherheit der Lehrenden, die aus dem zugespitzten Nahostkonflikt resultierenden Fragen aufzunehmen und problematischen Einstellungen entgegenzutreten.

Interview mit Nomi Mandil, Ron Mandil und Ruthi Mandil Halabi

„Letzten Endes zählt nur das, was wir wirklich getan haben, und nicht, was wir tun wollten.“

Interview mit Nomi Mandil, Ron Mandil und Ruthi Mandil Halabi
Refik Veseli wurde 1926 in einem kleinen Dorf in den Bergen Albaniens geboren. 1943 lernte er in der Hauptstadt Albaniens den Fotografen Mosche Mandil und seine Familie kennen, in dessen Fotogeschäft er als Lehrling angestellt war. Die jüdische Familie war aus Belgrad vor den Nazis in die italienisch besetzte Zone Jugoslawiens geflohen und gelangte über den Kosovo nach Albanien. Als die Nazis im September 1943 in Albanien einmarschierten, brachte Refik Veseli die Familie Mandil mit Hilfe seines Bruders und seines Vaters in Sicherheit.
Dank dieser Hilfe überlebten die Mandils den Holocaust und emigrierten 1948 nach Israel. Im Sommer 1990 wurde Refik Veseli von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“geehrt. 2014 wurde in Berlin-Kreuzberg eine Schule nach Refik Veseli benannt. Die Namensänderung fand auf Initiative der Jugendlichen selber statt, nachdem eine Gruppe von Schüler_innen die Gedenkstätte Yad Vashem besucht und an der International School for Holocaust Studies von der Geschichte um die Familien Vesili und Mandil erfahren hatte. An der feierlichen Umbenennung nahmen Kinder und Enkelkinder der beiden Familien – aus Albanien und Israel – teil. In ihrem Tel Aviver Fotostudio berichten Gavra Mandils Frau Nomi, sowie dessen Kinder Ron und Ruthi über die Bedeutung, die die Geschichte der Rettung für ihre Familie bis heute besitzt und welche Relevanz ihr für heutige deutsche, muslimische und israelische Schüler_innen zukommt. Mehr...

Interview mit Professor Mohammed S. Dajani Daoudi

„Ich wollte aus der Rolle des Zuschauers ausbrechen und Tabus in Frage stellen.“

Interview mit Professor Mohammed S. Dajani Daoudi
Professor Mohammed S. Dajani Daoudi wurde im Frühjahr 2014 über die Grenzen Israels hinaus bekannt, als er eine Gruppe von 27 palästinensischen Universitätsstudenten auf eine Reise nach Auschwitz begleitete. Das Projekt verfolgte das Ziel, jüdisch-israelische Studenten über die Nakba (deutsch: Katastrophe, womit die Flucht und Vertreibung der Palästinenser im Jahre 1948 bezeichnet wird) und Studenten palästinensischer Herkunft über den Holocaust zu unterrichten. Dennoch führte es dazu, dass Prof. Dajani seine akademische Stellung an der Al-Quds Universität verlor und seitdem in seiner persönlichen Sicherheit gefährdet ist. Bis zu seinem kürzlich erfolgten Rücktritt war Dajani Direktor der Universitätsbibliothek und Gründungsdirektor des American Studies Center an der Al-Quds Universität, Jerusalem. Im Gespräch schildert Professor Daoubi die Hintergründe des Projekts und berichtet über seine persönliche Begegnung mit dem Holocaust und die Schwierigkeiten die palästinensische Gesellschaft dafür zu sensibilisieren.

„Ohne zu vergessen, trotzdem zu einem Miteinander finden“

Ein Gespräch zwischen Alon Less, Bettina Stangneth und Deborah Hartmann
Im Vorfeld des Prozesses gegen Adolf Eichmann in Jerusalem verhörte Avner Werner Less 1961 den Angeklagten. Less kam selbst aus Deutschland und war in den 1930er Jahren von Berlin zunächst nach Frankreich und dann nach Palästina geflohen. Die Philosophin und Autorin Bettina Stangneth, geboren 1966 in Hamburg, veröffentlichte seine umfangreiche Sammlung von Briefen und Erinnerungen unter dem Titel „Lüge! Alles Lüge!“. Alon Less wurde 1949 als zweites Kind von Vera und Avner Werner Less in Israel geboren. Er wuchs in New York und Paris auf. Mit Bettina Stangneth und Deborah Hartmann spricht Alon Less darüber wie die Geschichte seiner Eltern und das Erbe des Holocaust sein eigenes Leben geprägt haben, sowie über das Vermächtnis seines Vaters und sein Verhältnis zu Deutschland.

Interview mit dem Historiker Yehuda Bauer

„Ich wollte meine Generation zu Wort kommen lassen“

Interview mit Michel Kichka
Michel Kichka wurde 1954, als Sohn Überlebender der Shoah, in Belgien geboren. 1974 emigrierte er nach Israel. Michel Kichka ist ein bekannter Karikaturist und unterrichtet an der Bezalel Acedemy of Arts and Design in Jerusalem. Dieses Jahr ist sein Buch „Zweite Generation – Was ich meinem Vater nie gesagt habe“ auf Deutsch erschienen. Michel Kichka beschreibt in dem Buch die Beziehung zu seinem Vater und wie die Vergangenheit der Eltern, sein Leben und das seiner Familie geprägt haben.
Im Interview spricht er über die Reaktion seines Vaters auf das Buch, die Unterschiede zu Art Spiegelman´s Graphic Novel „Maus“ und seine Gedanken zur bisherigen Rezeption.


Interview mit dem Historiker Yehuda Bauer

„Es handelt sich um zwei Genozide, die einander ähnlich sind. Ähnlich und verschieden.“

Interview mit dem Historiker Yehuda Bauer
Prof. Yehuda Bauer war bis 2000 Direktor des internationalen Forschungsinstitutes in Yad Vashem. Seit 2000 ist er als wissenschaftlicher Berater in YadVashem tätig. Er ist außerdem emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem und Berater der International Holocaust Remembrance Alliance. Im Interview mit Pauline Stolte und Anna Stocker spricht er über die Verfolgung der Roma während des Zweiten Weltkrieges und analysiert die Spezifik des nationalsozialistischen Genozids an den Roma.

Mirjam Karoly

„Der antiziganistische Diskurs wird vor allem von Politikernam rechten Rand aber auch vom politischen Mainstream und den Medien geschürt.“

Interview mit Mirjam Karoly
Die Politologin Mirjam Karoly war mehrere Jahre Beraterin der OSZE in Roma- und Sinti-Fragen und Mitglied des Volksgruppenbeirats für Roma und Sinti in Österreich. Seit Anfang des Jahres ist sie die neue Leiterin der Kontaktstelle für Roma- und Sinti-Fragen beim OSZE Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte. Im Interview mit Deborah Hartmann spricht sie über derzeitige antiziganistische Diskurse, sowie über die Lage von Roma und Sinti in Europa heute.


Uri Orlev

„Weil der Holocaust überall präsentist, sollten wir das Thema nicht vor unseren Kindern verstecken”

Interview mit dem Überlebenden und Autor Uri Orlev
Uri Orlev wurde am 24. Februar 1931 als Jerzy Henryk Orlowski in Warschau geboren. Er verbrachte große Teile seiner Kindheit im Warschauer Ghetto und wurde 1943 mit seinem Bruder und seiner Tante nach Bergen-Belsen deportiert. Er überlebte den Holocaust und wanderte 1945 in das vorstaatliche Israel ein. Heute lebt er in Jerusalem und ist ein bekannter Kinderbuchautor. Über seine Erfahrungen während des Holocaust hat er mehrere Bücher geschrieben. Im Interview berichtet Orlev über die Bedeutung seiner Arbeit, die Bedeutung von Büchern über die Zeit des Holocaust für Kinder und sein Verständnis von guter Jugendliteratur.


Moshe Tirosh

„Vom Dach aus konnten wir das brennende Ghetto sehen.“

Interview mit Moshe Tirosh
Moshe Tirosh, geboren 1937, wurde von den Nationalsozialisten zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern in das Warschauer Ghetto gezwungen. Mit Hilfe des 19-jährigen Zigmunt Pientak konnte die Familie dann 1942 aus dem Ghetto fliehen. Die Zeit danach lebte sie in verschiedenen Verstecken – immer in der Angst, von den Nationalsozialisten entdeckt zu werden. Im Herbst 1942 fanden sie erneut Unterschlupf – dieses Mal im Warschauer Zoo, wo der Direktor Jan Zabinski und seine Frau Antonia die Familie in ihrem Wohnhaus und den leeren Tiergehegen versteckten. Im Interview mit Daniel Rozenga erinnert sich Moshe Tirosh an diese Zeit. Heute lebt er in Karmiel.


Dr. Christoph Dieckmann

„Mein Impuls war der starke Wunsch, zu verstehen.“

Interview mit Dr. Christoph Dieckmann anlässlich der Verleihung des Yad Vashem-Book Awards 2012
Christoph Dieckmann studierte Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Jerusalem und Hamburg. Seit 2005 unterrichtet er moderne europäische Geschichte an der Keele University, Großbritannien. Er ist Mitherausgeber der Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Im Dezember 2012 wurde er vom International Institute for Holocaust Research Yad Vashem für seine Studie „Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941-1944“ (Wallstein Verlag) mit dem International Book Prize for Holocaust Research ausgezeichnet. Mehr...


Livnat und Chaim Rafael

„Erinnerst du dich, wie du ein Kind singen gelehrt hast?“

Ein Gespräch mit Itzik Livnat und Chaim Rafael
In den nachfolgenden Ausführungen geht es um ein Interview mit den beiden Überlebenden Itzik Livnat und Chaim Rafael. Es geht um das Leben der beiden vor, während und nach dem Holocaust. Hier können Sie lesen, wie sich Itzik Livnat und Chaim Rafael in Auschwitz kennenlernten, sich dann aus den Augen verloren und sich nach dem Krieg in Israel wieder trafen.




Benjamin Doron

Bericht des Überlebenden Benjamin Doron

Benjamin Doron ist ein Überlebender des Holocausts, der in Libyen aufgewuchs. In einem Interview beschreibt er sein Leben vor, während und nach dem Holocaust in Libyen. Benjamin Doron ist 1946 nach Israel immigriert und lebt auch heute noch dort. Sein Interview können Sie hier einsehen.








Überlebende erzählen über ihr Leben nach dem Holocaust

„Vor uns liegt der Weg!"

Überlebende erzählen über ihr Leben nach dem Holocaust
Im folgenden geht es um Überlebende, die ihr Leben nach dem Holocaust beschreiben. Es geht um ihr Wunsch wieder ein Leben aufzubauen und die Schwierigkeiten, die sie dabei erlebten. Die Überlebenden, die hier interviewt wurden, sind zu unterschiedlichen Zeiten nach Israel eingewandert und beschreiben ihre Erfahrungen dort. Hier können Sie die Interviews einsehen.




Dr. Ehud Loeb

Von der Pflicht, Leben zu retten, und von den Pflichten des Geretteten

Interview mit Dr. Ehud Loeb
Ehud Loeb, 1934 in Bühl im Badischen als Herbert Odenheimer geboren, wurde im Alter von sechs Jahren aus seiner Geburtsstadt vertrieben und gemeinsam mit seinen Eltern und etwa 6.500 anderen Juden aus Baden und Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Während seine Eltern und der Großteil seiner weiteren Familie von den Nazis ermordet wurden, überlebte er durch den Einsatz verschiedener – nichtjüdischer sowie jüdischer – Helfer den Krieg in Frankreich. Herbert, der nun den französischen Namen Hubert trug, wurde nach Kriegsende von Verwandten in der Schweiz, der Familie Loeb, adoptiert und entschied sich im Alter von 24 Jahren, nach Israel einzuwandern, wo er den Namen Ehud Loeb annahm. Er gründete eine Familie, promovierte im Fach Kunstgeschichte und war als Kunsthistoriker an der Hebrew University Jerusalem und am Israel Museum tätig. Seit seiner Pensionierung arbeitet Ehud Loeb ehrenamtlich in Yad Vashem, wo er Mitglied der Kommission ist, die sich für die Anerkennung der „Gerechten unter den Völkern“ einsetzt. Im Interview berichtet er über die Menschen, die ihm halfen und ihn versteckten und verdeutlicht die besondere Bedeutung der Kommission zur Auszeichnung der „Gerechten unter den Völkern“ und seine persönliche Motivation, ihre Tätigkeit zu unterstützen. Mehr...

Professor Dr. Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma

„Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, ist das eine lebenslange Beschäftigung“

Der Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung Jan Philipp Reemtsma über die Erinnerung an den Holocaust und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
Der Literaturwissenschaftler und Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung Professor Dr. Jan Philipp Reemtsma wurde 1952 als Sohn des Zigarettenfabrikanten Phillip Fürchtegott Reemtsma in Bonn geboren. Er ist Literaturwissenschaftler, Philologe, Publizist und Autor einer Reihe von Beiträgen zu den Themenfeldern Gewalt, Nationalsozialismus, Philosophie und Literatur. Nach dem Tod seines Vaters ließ sich Jan Phillip Reemtsma den Erbteil am väterlichen Unternehmen auszahlen, da er nicht Teilhaber einer Firma sein wollte, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter beschäftigt hatte. Seitdem fördert er als Mäzen eine ganze Reihe von wissenschaftlichen und kulturellen Initiativen inner- und außerhalb Deutschlands. Im Gespräch mit Johannes Beermann und Carsten Hochmuth, das im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten des neuen Gebäudetrakts der International School for Holocaust Studies geführt wurde, äußert sich Reemtsma über die Erinnerung an den Holocaust und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Mehr...

Boualem Sansal

„Die erste Verpflichtung ist die Frage des Wissens“

Der Autor Boualem Sansal über Algerien, die Shoah und die Bedeutung der Erinnerung
Boualem Sansal wurde 1948 in Algerien geboren. 1999 erschien sein erster Roman „Schwur der Barbaren“. Bis zu seiner Entlassung aufgrund seines literarischen und politischen Engagements im Jahr 2003 war er Direktor des algerischen Industrieministeriums. Heute ist er einer der bekanntesten Schriftsteller Nordafrikas. 2011 wurde er für sein literarisches Werk mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Im Gespräch mit Deborah Hartmann, das anlässlich der Konferenz „Die Kunst der Freiheit“ im September 2011 im Institut Français in Wien geführt wurde, erzählt Sansal von seiner eigenen langjährigen Beschäftigung mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und insbesondere der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und betont die Bedeutung, die die Erinnerung an und Auseinandersetzung mit der Shoah für die Gesellschaften der arabischen Welt haben.

Lars Rensmann

Kein Vorurteil wie jedes andere

Der Politikwissenschaftler Lars Rensmann über die Gefahren des Antisemitismus und pädagogische Möglichkeiten seiner Bekämpfung
Der Politikwissenschaftler und Antisemitismusexperte Dr. Lars Rensmann stellt im Gespräch die unterschiedlichen Formen des Antisemitismus vor und diskutiert dessen historische und aktuelle Dimensionen und Eigenschaften, die auch gegenüber anderen Vorurteilen in ihrer Spezifik betrachtet werden müssen.


Gabriel Bach

„Wir wollten unserer Jugend zeigen, dass es keinen Grund gab sich zu schämen“

Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem
Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem. Beim Eichmann-Prozess in Jerusalem, vor 50 Jahren, war Gabriel Bach einer der anklagenden Staatsanwälte. Zudem war er maßgeblich an der Vorbereitung des Prozesses beteiligt. Gabriel Bach wurde 1927 in Halberstadt geboren und ist in Berlin aufgewachsen, wo er die Theodor-Herzl-Schule besuchte. 1938 floh er mit seiner Familie in die Niederlande. Von dort gelang es ihm 1940 in das britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Er wird häufig als Zeitzeuge eingeladen, gibt Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen und ist nach wie vor ein geschätzter internationaler Experte für NS-Kriegsverbrecherprozesse. Im Gespräch erinnert er sich an die Vorbereitungen des Prozesses, den Angeklagten Eichmann und seine Besuche in Deutschland.