Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Interviews

Hier finden Sie eine Auswahl von Interviews mit Überlebenden und Experten der Holocaust Bildung.


Uri Orlev

„Weil der Holocaust überall präsentist, sollten wir das Thema nicht vor unseren Kindern verstecken”

Interview mit dem Überlebenden und Autor Uri Orlev
Uri Orlev wurde am 24. Februar 1931 als Jerzy Henryk Orlowski in Warschau geboren. Er verbrachte große Teile seiner Kindheit im Warschauer Ghetto und wurde 1943 mit seinem Bruder und seiner Tante nach Bergen-Belsen deportiert. Er überlebte den Holocaust und wanderte 1945 in das vorstaatliche Israel ein. Heute lebt er in Jerusalem und ist ein bekannter Kinderbuchautor.
Über seine Erfahrungen während des Holocaust hat er mehrere Bücher geschrieben, u.a.:
Die Bleisoldaten. Beltz &Gelberg 1999;
Das Sandspiel. Elefanten Press 1994;
Insel in der Vogelstraße. Ravensburger Verlag 1986.


Moshe Tirosh

„Vom Dach aus konnten wir das brennende Ghetto sehen.“

Interview mit Moshe Tirosh
Moshe Tirosh, geboren 1937, wurde von den Nationalsozialisten zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern in das Warschauer Ghetto gezwungen. Mit Hilfe des 19-jährigen Zigmunt Pientak konnte die Familie dann 1942 aus dem Ghetto fliehen. Die Zeit danach lebte sie in verschiedenen Verstecken – immer in der Angst, von den Nationalsozialisten entdeckt zu werden. Im Herbst 1942 fanden sie erneut Unterschlupf – dieses Mal im Warschauer Zoo, wo der Direktor Jan Zabinski und seine Frau Antonia die Familie in ihrem Wohnhaus und den leeren Tiergehegen versteckten. Im Interview mit Daniel Rozenga erinnert sich Moshe Tirosh an diese Zeit. Heute lebt er in Karmiel.


Dr. Christoph Dieckmann

„Mein Impuls war der starke Wunsch, zu verstehen.“

Interview mit Dr. Christoph Dieckmann anlässlich der Verleihung des Yad Vashem-Book Awards 2012
Christoph Dieckmann studierte Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Jerusalem und Hamburg. Seit 2005 unterrichtet er moderne europäische Geschichte an der Keele University, Großbritannien. Er ist Mitherausgeber der Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Im Dezember 2012 wurde er vom International Institute for Holocaust Research Yad Vashem für seine Studie „Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941-1944“ (Wallstein Verlag) mit dem International Book Prize for Holocaust Research ausgezeichnet. Mehr...


Livnat und Chaim Rafael

„Erinnerst du dich, wie du ein Kind singen gelehrt hast?“

Ein Gespräch mit Itzik Livnat und Chaim Rafael
In den nachfolgenden Ausführungen geht es um ein Interview mit den beiden Überlebenden Itzik Livnat und Chaim Rafael. Es geht um das Leben der beiden vor, während und nach dem Holocaust. Hier können Sie lesen, wie sich Itzik Livnat und Chaim Rafael in Auschwitz kennenlernten, sich dann aus den Augen verloren und sich nach dem Krieg in Israel wieder trafen.




Benjamin Doron

Bericht des Überlebenden Benjamin Doron

Benjamin Doron ist ein Überlebender des Holocausts, der in Libyen aufgewuchs. In einem Interview beschreibt er sein Leben vor, während und nach dem Holocaust in Libyen. Benjamin Doron ist 1946 nach Israel immigriert und lebt auch heute noch dort. Sein Interview können Sie hier einsehen.








Überlebende erzählen über ihr Leben nach dem Holocaust

„Vor uns liegt der Weg!"

Überlebende erzählen über ihr Leben nach dem Holocaust
Im folgenden geht es um Überlebende, die ihr Leben nach dem Holocaust beschreiben. Es geht um ihr Wunsch wieder ein Leben aufzubauen und die Schwierigkeiten, die sie dabei erlebten. Die Überlebenden, die hier interviewt wurden, sind zu unterschiedlichen Zeiten nach Israel eingewandert und beschreiben ihre Erfahrungen dort. Hier können Sie die Interviews einsehen.




Dr. Ehud Loeb

Von der Pflicht, Leben zu retten, und von den Pflichten des Geretteten

Interview mit Dr. Ehud Loeb
Ehud Loeb, 1934 in Bühl im Badischen als Herbert Odenheimer geboren, wurde im Alter von sechs Jahren aus seiner Geburtsstadt vertrieben und gemeinsam mit seinen Eltern und etwa 6.500 anderen Juden aus Baden und Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Während seine Eltern und der Großteil seiner weiteren Familie von den Nazis ermordet wurden, überlebte er durch den Einsatz verschiedener – nichtjüdischer sowie jüdischer – Helfer den Krieg in Frankreich. Herbert, der nun den französischen Namen Hubert trug, wurde nach Kriegsende von Verwandten in der Schweiz, der Familie Loeb, adoptiert und entschied sich im Alter von 24 Jahren, nach Israel einzuwandern, wo er den Namen Ehud Loeb annahm. Er gründete eine Familie, promovierte im Fach Kunstgeschichte und war als Kunsthistoriker an der Hebrew University Jerusalem und am Israel Museum tätig. Seit seiner Pensionierung arbeitet Ehud Loeb ehrenamtlich in Yad Vashem, wo er Mitglied der Kommission ist, die sich für die Anerkennung der „Gerechten unter den Völkern“ einsetzt. Im Interview berichtet er über die Menschen, die ihm halfen und ihn versteckten und verdeutlicht die besondere Bedeutung der Kommission zur Auszeichnung der „Gerechten unter den Völkern“ und seine persönliche Motivation, ihre Tätigkeit zu unterstützen. Mehr...

Professor Dr. Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma

„Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, ist das eine lebenslange Beschäftigung“

Der Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung Jan Philipp Reemtsma über die Erinnerung an den Holocaust und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
Der Literaturwissenschaftler und Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung Professor Dr. Jan Philipp Reemtsma wurde 1952 als Sohn des Zigarettenfabrikanten Phillip Fürchtegott Reemtsma in Bonn geboren. Er ist Literaturwissenschaftler, Philologe, Publizist und Autor einer Reihe von Beiträgen zu den Themenfeldern Gewalt, Nationalsozialismus, Philosophie und Literatur. Nach dem Tod seines Vaters ließ sich Jan Phillip Reemtsma den Erbteil am väterlichen Unternehmen auszahlen, da er nicht Teilhaber einer Firma sein wollte, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter beschäftigt hatte. Seitdem fördert er als Mäzen eine ganze Reihe von wissenschaftlichen und kulturellen Initiativen inner- und außerhalb Deutschlands. Im Gespräch mit Johannes Beermann und Carsten Hochmuth, das im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten des neuen Gebäudetrakts der International School for Holocaust Studies geführt wurde, äußert sich Reemtsma über die Erinnerung an den Holocaust und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Mehr...

Boualem Sansal

„Die erste Verpflichtung ist die Frage des Wissens“

Der Autor Boualem Sansal über Algerien, die Shoah und die Bedeutung der Erinnerung
Boualem Sansal wurde 1948 in Algerien geboren. 1999 erschien sein erster Roman „Schwur der Barbaren“. Bis zu seiner Entlassung aufgrund seines literarischen und politischen Engagements im Jahr 2003 war er Direktor des algerischen Industrieministeriums. Heute ist er einer der bekanntesten Schriftsteller Nordafrikas. 2011 wurde er für sein literarisches Werk mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Im Gespräch mit Deborah Hartmann, das anlässlich der Konferenz „Die Kunst der Freiheit“ im September 2011 im Institut Français in Wien geführt wurde, erzählt Sansal von seiner eigenen langjährigen Beschäftigung mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und insbesondere der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und betont die Bedeutung, die die Erinnerung an und Auseinandersetzung mit der Shoah für die Gesellschaften der arabischen Welt haben.

Lars Rensmann

Kein Vorurteil wie jedes andere

Der Politikwissenschaftler Lars Rensmann über die Gefahren des Antisemitismus und pädagogische Möglichkeiten seiner Bekämpfung
Der Politikwissenschaftler und Antisemitismusexperte Dr. Lars Rensmann stellt im Gespräch die unterschiedlichen Formen des Antisemitismus vor und diskutiert dessen historische und aktuelle Dimensionen und Eigenschaften, die auch gegenüber anderen Vorurteilen in ihrer Spezifik betrachtet werden müssen.


Gabriel Bach

„Wir wollten unserer Jugend zeigen, dass es keinen Grund gab sich zu schämen“

Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem
Gespräch mit Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem. Beim Eichmann-Prozess in Jerusalem, vor 50 Jahren, war Gabriel Bach einer der anklagenden Staatsanwälte. Zudem war er maßgeblich an der Vorbereitung des Prozesses beteiligt. Gabriel Bach wurde 1927 in Halberstadt geboren und ist in Berlin aufgewachsen, wo er die Theodor-Herzl-Schule besuchte. 1938 floh er mit seiner Familie in die Niederlande. Von dort gelang es ihm 1940 in das britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Er wird häufig als Zeitzeuge eingeladen, gibt Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen und ist nach wie vor ein geschätzter internationaler Experte für NS-Kriegsverbrecherprozesse. Im Gespräch erinnert er sich an die Vorbereitungen des Prozesses, den Angeklagten Eichmann und seine Besuche in Deutschland.