Die Halle der Namen

Die Halle der Namen

Über die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer

Die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Datenbank der Namen) ist ein einzigartiges internationales Unternehmen, das von Yad Vashem initiiert wurde und geleitet wird. Die hauptsächliche Aufgabe dieser Datenbank ist den Namen jedes einzelnen, der in der Schoa ermordet wurde, sicherzustellen und seine Lebensgeschichte zu rekonstruieren. Die Anzahl der Juden, die bis heute  in der Datenbank erfasst sind, beträgt schätzungsweise 4,3 Millionen. (zu Anfang des Jahres 2014) Es ist unsere moralische Pflicht, den letzten Wunsch der Opfer zu erfüllen und ihrer zu gedenken.

Die Datenbank der Namen wurde im April 2014 um eine bisher nicht aufgeführte Gruppe von Opfern erweitert. Es handelt sich dabei um Verfolgte, deren Schicksal nicht aufgeklärt ist und über  die eine beträchtliche Menge an Information existiert, die  einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat die Mehrzahl dieser Menschen nicht überlebt. Es werden alle erdenklichen Anstrengungen unternommen, um verläßliche Informationen über ihr endgültiges Schicksal in Erfahrung zu bringen.

Die Datenbank besteht aus Gedenkblättern, historischen Dokumenten und weiteren Quellen.

Millionen von Namen, die in historischen Dokumenten erwähnt werden, sind noch nicht identifiziert oder in der Datenbank erfasst worden, viele weitere Namen bestehen noch im Gedächtnis von Überlebenden oder in deren Familienüberlieferung fort. Der Aufbau der Datenbank ist ein "work in progress". Für weitere Information über die verschiedenen Quellen von Namen in der Namensdatenbank klicken Sie bitte hier.

Die Zentrale Datenbank wurde 2004 online zugänglich gemacht. Zu jener Zeit intensivierte Yad Vashem seine weltweite Öffentlichkeitsarbeit und drängte jüdische Gemeinden in aller Welt, die Datenbank auf ihnen bekannte Holocaustopfer zu überprüfen und nicht verzeichnete Namen durch die Webseite zu übermitteln. Dies ist ein Wettlauf gegen die Zeit – wir müssen so viele Namen wie möglich sicherstellen, bevor die Generation, die sich ihrer erinnert, nicht mehr unter uns ist.

Auch Sie können in Ihrer Region ein Projekt zum Auffinden von Namen und Lebensgeschichten starten.

Bitte besuchen Sie auf unserer Webseite den online Community Outreach Guide.

Helfen Sie uns, damit jedes Opfer der Schoa seinen Platz in unserer kollektiven Erinnerung findet

Bitte lesen Sie - Geschichten gelungener Familienzusammenführung,  die durch die Informationen der Gedenkblätter der Datenbank der Namen ermöglicht wurden.
Bitte öffnen Sie – Video über Familienzusammenführung

Mehr über die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer

„Die Online-Datenbank der Namen stellt eine Verbindung nicht nur zu den Toten sondern auch unter den Lebenden des jüdischen Volkes her", sagte Nobelpreisträger Eli Wiesel, nachdem er ein Gedenkblatt für seinen Vater Schlomo ausgefüllt hatte. „Sie stärkt die Beziehungen zwischen Familien, zwischen Städten, zwischen Gemeinden. Außerdem führt sie zu einem gesteigerten Bewusstsein und einem tieferen Gefühl des Gedenkens."

Die Datenbank der Namen ermöglicht es den Besuchern, nach Millionen von Opfern antijüdischer Verfolgung während der Schoa zu suchen. Zusätzlich gestattet sie die Einreichung neuer Gedenkblätter – besonderer Formulare, die biografische Details einzelner Opfer enthalten – für die, die ermordet wurden und noch nicht erfasst sind.

Die Geschichten, die sich hinter den Namen der Datenbank verbergen, bieten  pädagogisches Material für die Zeit der Schoah.

Die Halle der Namen hat in Zusammenarbeit mit der Schule für Holocaust Studien Online Lernprojekte unter Verwendung der Datenbank der Namen der Shoah-Opfer erstellt. Die Gedenkblätter wurden mit biographischen Daten der Opfer im geographischen und historischen Kontext verlinkt und ermöglichen so einen persönlichen und personifizierten Blick auf die Opfer.

Auf dem Haupt-Suchbildschirm der Seite können die Benutzer den Familien- oder Geburtsnamen und Standort des Opfers vor oder während des Holocaust eingeben. Es werden Übereinstimmungen oder Beinahe-Übereinstimmungen sowie wesentliche biographische Details angegeben. Die einzigartige Suchmaschine vergleicht Lautschrift und Synonyme in lateinischer, hebräischer und kyrillischer Schrift. Die Benutzer können erweiterte Suchen nach weit verbreiteten Namen durchführen, die durch zusätzliche Parameter wie zum Beispiel Daten und Namen von Familienmitgliedern eingeengt werden können. Auch der Name der Person, die das Gedenkblatt eingereicht hat, kann eingegeben werden.

Etwa die Hälfte der Namen Mehr als ein Drittel der Namen in der Datenbank wurden den ca. 2.6 Millionen Gedenkblättern entnommen, die in den letzten 50 Jahren bei Yad Vashem eingereicht wurden und die nahezu vollständig digitalisiert worden sind. Andere Namen sind aus weiteren computerisierten Listen gesammelt worden, darunter Deportations-, Lager- und Ghetto-Akten. Ein Teil Einige dieser Akten wurden von verschiedenen Institutionen beigetragen, die mit Yad Vashem bei dieser wichtigen Aufgabe zusammenarbeiten. Mit einem Klick können die Benutzer Gedenkblätter einsehen und ausdrucken, oder eine Seite, die die kurze Lebensgeschichte eines Opfers enthält, basierend auf Informationen aus archivarischen Quellen, die in der Datenbank erhältlich sind. Jede Kurzbiographie enthält Links zu Informationen über das betreffende Opfer, wie zum Beispiel dessen Wohn- und Sterbeort, verknüpft historische Ereignisse und mehr.

Die Webseite regt die Benutzer an, neue Gedenkblätter einzureichen, bereits existierende Fotos oder Dokumente hinzuzufügen oder mithilfe von Online-„Feedback-Formularen" Korrekturen einzureichen. Yad Vashems Mitarbeiterstab prüft und vergleicht die neuen Informationen auf historische Exaktheit. Sobald sie für richtig befunden worden sind, werden die neuen Gedenkblätter der Datenbank hinzugefügt. Yad Vashem bittet die Sender von Online-Gedenkblättern, die Blätter auch auszudrucken, zu unterschreiben und per Post an Yad Vashem zu schicken, damit sie für kommende Generationen in der Halle der Namen aufbewahrt werden können.

Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis die Gedenkblätter auf die Online-Datenbank hochgeladen werden. Diese wird alle drei Monate aktualisiert. Weitere finanzielle Mittel würden es Yad Vashem ermöglichen, die Antwortzeit zu verkürzen, die Website mit neuen Funktionen auszustatten und frisch digitalisierte Listen von Namen schneller hinzuzufügen.

Die Computerisierung der Namen von Holocaustopfern in der Datenbank der Namen und das Hochladen auf das Internet wurden durch die Hilfe von langjährigen Förderern Yad Vashems ermöglicht.